Weiterbildung zum „Contrucker“
Spezialkurse für den Nachwuchs

Bereits im Jahr 2015 werden allein im Hamburger Hafen mehr als 18 Mill. Container erwartet. Das ist eine Verdopplung des derzeitigen Aufkommens. Spediteure suchen daher händeringend nach ausgebildeten Containerfahrern. Die hamburger Logistik-Initiative hat hierauf reagiert und bildet seit kurzem Lastwagenfahrer zu sogenannten "Contruckern" weiter - ein Lehrgang mit Erfolg.

KÖLN. Hans Stapelfeldt sorgt sich von Berufs wegen gleich doppelt um den Mangel an Lastwagenfahrern. Denn Stapelfeld betreibt in Hamburg eine Container-Spedition mit 35 eigenen Lastwagen und ist gleichzeitig stellvertretender Vorsitzender der Logistik-Initiative Hamburg.

Den Spediteur und seine Hamburger Unternehmer-Kollegen könnte der Mangel an Personal besonders hart treffen: Schon im Jahr 2015 werden allein im Hafen der Hansestadt mehr als 18 Mill. Container erwartet. Das ist eine Verdopplung des derzeitigen Aufkommens. Bis zum Jahr 2011 werden deshalb 1 150 ausgebildete Containerfahrer im so genannten "Nassen Dreieck" von Hamburg, Bremen und Bremerhaven gesucht, schätzt die Logistik-Initiative Hamburg.

Die Logistik-Initiative hat deshalb im Oktober 2007 zusammen mit dem Fortbildungszentrum Hafen Hamburg (FZH) eine neue Ausbildung ins Leben gerufen: Lastwagenfahrer können sich zum "Contrucker" weiterbilden lassen. In Spezialkursen sollen sie die besonderen Verhältnisse des Hamburger Hafens kennen lernen. "Container-Trucking-Firmen, die sich auf den Vor- und Nachlauf-Transport sowie die Container-Umfuhr im Hafen spezialisiert haben, sollen in Zukunft besonders geschulte Fahrer einsetzen können", sagt Stapelfeldt. Bisher haben sich die Fahrer das nötige Wissen meist selbst angeeignet.

Contrucker-Kursleiter ist Uwe Steinbüchel, der seit 2001 als Containerfahrer bei Stapelfeldt arbeitet. Er teilt seine Erfahrung einmal monatlich in Tageskursen mit den angehenden Contruckern.

Nach der Anmeldung erhalten die Teilnehmer eine Lern-CD, mit der sie sich auf den praktischen Teil im Hafen vorbereiten können. Dort weist der Kursleiter die Fahrer an einem Lastwagen ein und zeigt ihnen die einzelnen Stationen im Hafen: "Die Abläufe im Containertrucking sind für Fahrer sehr komplex geworden", sagt Steinbüchel. "Und die Zeiten, in denen man sich im Hafen durchgefragt hat, sind vorbei." So dauere es mindestens vierzehn Tage, bis man als Neuling die wichtigsten Abläufe kennt.

Der neue Lehrgang ist ein Erfolg: Schon 120 Fahrer haben sich bisher zu Spezialisten im Containertransport ausbilden zu lassen.

Mit der Contrucker-Initiative allein sei es aber nicht getan, warnt Stapelfeldt. Auch die Unternehmer müssten umdenken. "In den letzten Jahren hat das Verhältnis zwischen Arbeitseinsatz und Einkommen bei vielen Stellenbewerbern heftiges Stirnkräuseln verursacht." So gibt es viele Fahrer, die im Nahverkehr nur 1 600 bis 2 100 Euro brutto verdienen - im Hamburger Hafen der gängige Kurs. Darunter leide auch das Aus- und Weiterbildungsinteresse, sagt der Spediteur. Zumal viele Fahrer täglich an ihrer Leistungsgrenze arbeiteten.

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