Weitere Investitionen erwartet
Polen zieht ausländisches Geld an

Polen konnte 2006 laut der Zentralbank 11 Mrd. Euro an ausländischen Direktinvestitionen gewinnen. Für 2007 erwarten Experten einen ähnlich hohen Betrag. Wohin das bisherige Geld geflossen ist und welche Bereiche Polen künftig stärken will.

WARSCHAU. Das Land ist besonders interessiert an Vorhaben in Forschung & Entwicklung, Business Process Outsourcing (BPO), Elektronik, Information Technnology Consulting, Kfz-Bau, Flugtechnik und Biotechnologie. Außerdem sind mehr Investitionen in kommerzielle Immobilien zu erwarten.

Der ganz überwiegende Teil der ausländischen Direktinvestitionen in Polen (82,7 Prozent) stammte 2006 aus EU-Ländern. Das entspricht einem Wert von 9,17 Mrd. Euro. Führende Investorländer waren hier Deutschland, Großbritannien, Spanien und Frankreich. Unter den übrigen Staaten zeigten sich die Schweiz, Korea (Rep.), Japan und die USA besonders aktiv. Detaillierte Angaben über die Herkunftsstruktur des Kapitals nach Ländern will die polnische Zentralbank NBP im September 2007 machen.

Ihre bei einer Pressekonferenz in Warschau präsentierten vorläufigen Angaben stützen sich auf Informationen von Geschäftsbanken und Unternehmen sowie auf eigene Schätzungen. Der Zufluss von Auslandskapital belief sich demnach 2006 auf insgesamt 11,09 Mrd. Euro, was einer beachtlichen Steigerung um 44 Prozent gegenüber 2005 entspricht.

Wer wo investierte

Die Polnische Agentur für Information und Auslandsinvestitionen PALILZ konnte 2006 laut ihrem neuen Vorsitzenden Pawel Wojciechowski 43 Projekte im Gesamtwert von 1,1 Mrd. Euro zum Abschluss bringen. Auf den Elektroniksektor entfielen elf Projekte, acht auf die Kfz-Branche, und auch die Chemieindustrie spielte eine wichtige Rolle. Am beliebtesten waren Standorte in der Wojewodschaft Niederschlesien (12 Projekte) vor Masowien (9), Kujawien-Pommern (5) und Kleinpolen. Die größten Vorhaben verbuchten die japanischen Konzerne Bridgestone, Sharp, Toyota und Toshiba sowie der US-Computer-Konzern Dell. Es dominierten Dienstleistungszentren (Business Process Outsourcing - BPO), der Kfz-Bau und die Elektroniksparte. Der Direktor der Statistikabteilung und Vorstandsmitglied der NBP, Jozef Sobota, erwartet auch bei den kommerziellen Immobilien aufgrund der Preissteigerungen zahlreiche neue ausländische Investitionen. Das meiste Kapital stammte 2006 von France Telecom, Fiat, den Banken Uni Credito, EBWE und KBC sowie von der Metro Group.

PALILZ begleitet die Gründung von acht BPO-Zentren, von insgesamt über 20 derzeit entstehenden. Die Agentur will verstärkt Investoren für die Bereiche Forschung & Entwicklung (F&E), Informationstechnologie/Telekommunikation (ITC), Luftfahrttechnik und Biotechnologie gewinnen. Sie konzentriert sich dabei nach eigenen Angaben auf das Anwerben von Investoren aus den G7-Staaten sowie aus Ländern mit einem hohen Wachstumspotenzial wie Brasilien, Russland, Indien und der VR China.

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