Welche Papiere Unternehmen vorlegen müssen
Der steinige Weg zum US-Konto

Ohne Bankkonto vor Ort haben deutsche Unternehmen in den USA schlechte Karten. Bei der Eröffnung des eigenen "Accounts" sind einige Hürden zu nehmen.

KÖLN. Wer in den USA geschäftlich vertreten sein möchte, kommt kaum daran vorbei, dort ein Konto zu eröffnen. Amerikaner zahlen am liebsten per Scheck, und der muss in den USA einlösbar sein. Nach Angaben der amerikanischen Notenbank wurden im Jahr 2006 rund 33 Milliarden Schecks geschrieben, per Hand versteht sich. EC-, Kredit- oder gar elektronische Abbuchungsverfahren sind amerikanischen Verbrauchern weitgehend fremd.

Die Eröffnung eines Kontos in den USA kann für Ausländer zeit- und kostspielig sein. Ohne das persönliche Erscheinen vor Ort geht in vielen Fällen nichts. So ist es selbst bei einer der größten amerikanischen Banken, der Bank of America, nicht möglich, ein Konto online zu eröffnen. Das können nur Amerikaner oder Ausländer mit einer dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung und amerikanischen Sozialversicherungsnummer. Grund sind die strengen Sicherheitsbestimmungen, die amerikanische Banken bei Kontoeröffnungen beachten müssen. Dazu gehört zum Beispiel ein "Customer Identification Program". Es verpflichtet Banken, Neukunden mit amtlichen Listen über Terrorverdächtige abzugleichen. Banken sprechen dabei auch gerne von ihrer "know your customer policy".

Welche Papiere ausländische Unternehmen vorlegen müssen, ist von Bank zu Bank unterschiedlich. Üblich ist die Vorlage des Reisepasses der Verfügungsberechtigten und die Angabe der amerikanischen Steuernummer. Hier gilt ein einfacher Grundsatz: Wer in den USA ein Bankkonto führt, muss auch Steuern zahlen. Zusätzlich kann es erforderlich sein, Gesellschaftsverträge und Vertretungsvollmachten in englischer Übersetzung vorzulegen. Das gilt zum Beispiel dann, wenn ein Unternehmen auch Internetbanking betreiben möchte. Ein Internetzugang gehört zwar bei vielen Banken zum Standardpaket. Damit können aber oft nur Kontobewegungen abgefragt werden. Transaktionsrechte müssen extra vereinbart werden.

Die Beantragung von Firmenkreditkarten kann ebenfalls schwierig sein. Ausländische Unternehmer mögen in ihrer Heimat beste Bonitätsnoten genießen. In den USA zählt das relativ wenig. Hier entscheidet ein "credit report" über die Kreditwürdigkeit. Je länger dabei die eigene Kreditvergangenheit dauert, umso besser stehen die Chancen, eine hohe Punktzahl zu bekommen. Ausländische Unternehmen können das erst schaffen, wenn sie bereits längere Jahre auf dem amerikanischen Markt tätig sind. Neuankömmlinge haben deswegen ein Problem. Sie müssen sich mit einer "debit card" zufriedengeben.

Deutsche Unternehmen können auch einfacher an ein Konto in den USA kommen. Es gibt spezielle Anbieter, die viele Formalitäten übernehmen. Dafür sind allerdings Gebühren von 1.000 Euro und mehr einzukalkulieren. Eine weitere Möglichkeit ist der Weg über die eigene Hausbank. Viele deutsche Banken kooperieren mit amerikanischen Banken. Ein Beispiel ist die CountryDesk GmbH, über die deutsche Großsparkassen Serviceleistungen in fast allen Regionen der Welt vermitteln. Direkte Kontoeröffnungen im Ausland gehören zum Kerngeschäft. Die Eröffnung eines Firmenkontos in den USA kostet nach Auskunft der CountryDesk GmbH etwa 150 Euro. Dafür sind drei bis vier Wochen einzuplanen.

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