Weltbank
Wirtschaftskrise bremst Entwicklungsländer aus

Es sah so gut aus. Die Entwicklungsländer erzielten in den vergangenen fünf Jahren durchschnittliche satte jährliche Exportwachstumsraten von 15 Prozent. Das ist mit der internationalen Wirtschaftskrise Vergangenheit. Die Weltbank rechnet für 2009 nur noch mit Ieinem nvestitionsanstieg von 3,5 Prozent.

bfai WASHINGTON. Die Weltwirtschaft wird 2009 das voraussichtlich niedrigste Wirtschaftswachstum seit Jahrzehnten erzielen. Die Volkswirte der Weltbank prognostizierten für 2009 eine globale Wachstumsrate von nur 0,9 Prozent (2008: 2,5 Prozent). Es wäre der geringste Zuwachs seit Beginn der Erfassung globaler Wirtschaftsstatistiken 1970. Dies ist die Einschätzung der Weltbank im Rahmen des im Winter 2008 vorgelegten Jahresberichtes zur Weltwirtschaftslage (Global Economic Prospects Report).

Die Stagnation auf den Kreditmärkten, der Absturz der Aktienkurse, hohe Schwankungen bei den Wechselkursen und Rohstoffpreisen sowie unerwartete politische Interventionen sind Faktoren, die gegenwärtig alle Akteure am Markt wie auch die Wirtschaftsforschungsinstitute mit extremer Unsicherheit belasten. Der Welthandel wird 2009 laut Prognose der International Bank for Reconstruction and Development (IBRD) wegen der schwachen Konjunktur und niedriger Rohstoffpreise erstmals seit 1982 schrumpfen, und zwar um 2,1 Prozent.

Justin Lin, Chefökonom der Weltbank, hält ausgleichende Maßnahmen, die den armen Ländern bei der Bewältigung der Wirtschaftskrise helfen, für vordringlich. Fiskalische Anreize und koordinierte Zinssatzsenkungen in den USA, Europa sowie anderen Weltregionen hätten keine Wende in der globalen Abschwächung sowie bei der schlimmsten Kreditkrise seit Jahrzehnten bewirkt.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den Entwicklungsländern stieg 2007 im Durchschnitt um 7,9 Prozent. Es wird 2009 voraussichtlich nur noch um 4,5 Prozent wachsen. Der Rückgang gegenüber dem erwarteten Ergebnis für 2008 (6,3 Prozent) soll demzufolge fast zwei Prozentpunkte betragen. Die IBRD schätzt, dass das BIP-Wachstum in der VR China (von 9,4 Prozent im Jahr 2008) 2009 auf 7,5 Prozent sinken wird. Die Industrieländer insgesamt werden 2009 voraussichtlich kein Wirtschaftswachstum mehr erzielen.

Im Zeitraum 2003 bis Mitte 2008 kletterte der Preis für Rohöl (auf Dollarbasis) um 320 Prozent. Das Preisniveau international gehandelter Nahrungsmittel stieg um 138 Prozent. Dieser Boom ist vorüber, weitgehend ungelöst sind jedoch soziale Probleme, die in vielen Entwicklungsländern dadurch entstanden. Der Durchschnittspreis je Barrel Rohöl wird für 2009 auf 75 Dollar prognostiziert. Gegenüber 2008 wäre dies ein Absinken um mehr als 30 Prozent.

Das Niveau der Nahrungsmittelpreise soll 2009 im Durchschnitt (gemessen an 2008) um 23 Prozent fallen. Die Nahrungsmittelpreise werden 2009 jedoch immer noch voraussichtlich um circa 25 Prozent über dem internationalen Niveau der 90er Jahre liegen. Problematisch bleibt, dass in Afrika die Nahrungsmittelerzeugung nicht mit dem Bevölkerungswachstum Schritt hält.

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