Weltwirtschaft bremst
Export schwächt sich 2009 ab

Die deutsche Wirtschaft wird laut DIHK in diesem Jahr den Titel des Exportweltmeisters gegen China verteidigen und bei den Ausfuhren die Rekordmarke von einer Billion Euro knacken. Trotzdem sind die Aussichten für den Außenhandel nicht mehr so rosig.

HB BERLIN. Das deutsche Exportwachstum wird sich nach einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) im nächsten Jahr deutlich abschwächen. Nach einem Plus von 7 Prozent in diesem Jahr werde es 2009 einen Zuwachs von 6 Prozent geben, geht aus der Konjunktur-Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) bei Auslandshandelskammern in über 80 Ländern hervor. Die geringere Dynamik der Weltwirtschaft treffe auch die deutsche Exportwirtschaft.

Im Boomjahr 2006 waren die Ausfuhren um 13,6 Prozent gestiegen. Von einem Einbruch könne aber keine Rede sein: "Der Zuwachs erfolgt zwar langsamer, aber weiterhin auf hohem Niveau", sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Axel Nitschke. Trotz gewaltiger Zuwachsraten in Asien und Russland ist Europa unverändert wichtigster Absatzmarkt für deutsche Produkte. Rund 66 Prozent gehen in die EU-Länder, an der Spitze liegt Frankreich.

Starke Zuwächse gibt es in Rumänien, Bulgarien und Polen. Die Exporte in die USA stagnieren. "Die US-Finanzmarktkrise hat nicht nur sinkende deutsche Ausfuhren zur Folge. 2009 dürften die USA erstmals seit 1997 den zweiten Rang unter den deutschen Ausfuhrländern einbüßen und hinter Großbritannien zurückfallen", sagte Nitschke.

In absoluten Zahlen gehen die Auslandshandelskammern von Exporten in Höhe von 1,080 Billionen Euro für 2009 aus. Im laufenden Jahr werden 1,020 Billionen Euro erwartet. Die Importe sollen 2008 um 7,5 Prozent und 2009 um 6,5 Prozent steigen. Deutschlands Überschuss in der Handelsbilanz - höhere Aus- als Einfuhren - könnte 2008 damit erstmals die Marke von 200 Milliarden Euro übertreffen und im Folgejahr auf 215 Milliarden Euro steigen (2007: 197 Mrd.).

Um den Titel des Exportweltmeisters liefern sich Deutschland und China ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Ob die Wirtschaft sich auch 2009 damit schmücken könne, hänge vom Wechselkurs des Euro zum US-Dollar ab. "Bleibt der Wechselkurs über 1,50, wird Deutschland auch im kommenden Jahr Exportweltmeister", sagte Nitschke. Die heimische Wirtschaft bewerte ihre Geschäfte überwiegend in Euro und liefere in den Euro- Raum. China verkaufe dagegen mehr in den US-Dollar-Raum. Im Reich der Mitte macht die deutsche Wirtschaft unverändert exzellente Geschäfte. Von den dort aktiven deutschen Firmen planen laut DIHK über 40 Prozent eine Ausweitung ihrer Aktivitäten.

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