Wenig Krisenstimmung
Wackere Mittelständler trotzen der Krise

Der deutsche Mittelstand schlägt sich in der Krise ganz gut - was sich auch an den überwiegend grundsoliden Bilanzen der Familienunternehmen zeigt. Die Qualität der Bilanzen für 2009 wird sich aber, laut einer Studie der WGZ-Bank, verschlechtern. Die meisten Familienunternehmen bekommen die Folgen der Krise erst in diesem Jahr zu spüren.
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DÜSSELDORF. Obwohl das Geschäft ab Herbst vergangenen Jahres spürbar eingebrochen ist, sind die Bilanzen der meisten Familienunternehmen weiterhin grundsolide. Das geht aus einer Studie hervor, für die die Universität Münster und die Düsseldorfer WGZ Bank mehr als 50 000 Geschäftsberichte ausgewertet haben.

Allerdings prognostiziert die WGZ Bank für 2009 eine deutliche Verschlechterung der Bilanzqualität. Denn die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise bekommen die meisten Familienunternehmen erst in diesem Jahr mit voller Wucht zu spüren. Aber bereits 2010 sollen sich wichtige Kennzahlen wieder verbessern.

Für ihre Studie haben die Bilanzexperten insgesamt fünf Kennziffern (Eigenkapitalquote, Gesamtkapitalrentabilität, Kapitalumschlag, Liquidität und Verschuldungsgrad) unter die Lupe genommen und daraus einen Indexwert errechnet. Dieser Indexwert hat sich 2008 mit 108,4 Punkten nach 110,4 Punkten im Vorjahr kaum verschlechtert.

Uwe Berghaus, Leiter des Bereichs Firmenkunden bei der WGZ-Bank, führt dies insbesondere auf rückläufige operative Ergebnisse zurück, die sich auch negativ auf den Jahresüberschuss ausgewirkt hätten. „Die niedrigere Kapitalrentabilität konnte aber durch die weiter verbesserte Eigenkapitalquote begrenzt werden“, so Berghaus. Damit hätten die Unternehmen gute Chancen, die Rezession aus eigener Kraft zu überstehen. Positiv dürfte sich auch ausgewirkt haben, dass sich die meisten Unternehmer in der Krise unangemessen hohe Gewinnentnahmen verkniffen haben.

Vor sechs Jahren standen die Mittelständler mit einem Indexwert von 92,1 Punkten noch erheblich schlechter da. Sichtbar wird dies insbesondere an der Eigenkapitalquote, die 2002 bei mageren 17,4 Prozent lag. Im darauf folgenden Boom konnten die Unternehmen ihre Substanz jedoch erheblich stärken: Ende 2008 betrug die durchschnittliche Eigenkapitalquote der Familienunternehmen bereits 29,8 Prozent – fast drei Punkte mehr als im Jahr 2007.

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