Weniger Neuverträge
Wirtschaft stellt deutlich weniger Lehrlinge ein

Nach einer leichten Zunahme im Vorjahr haben die Unternehmen und der Staat in diesem Jahr wieder weniger Ausbildungsverträge geschlossen. Die Zahl der bei den Kammern eingetragenen neuen Verträge sank auf 550 000 - das sind vier Prozent oder 22 800 Verträge weniger als im Vorjahr, teilte das Bundesbildungsministerium mit.

BERLIN. Absolut betrachtet hat vor allem die Privatwirtschaft weniger Lehrlinge eingestellt. Hier ging die Zahl der Neuverträge um fast 14 000 auf 505 000 zurück. Im Vorjahr hatten die Unternehmen die Verträge noch um knapp 22 000 aufgestockt. Der Staat reduzierte die neuen Lehrverträge um 9 000 auf 45 000.

Die neue Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) forderte darauf eine "neue Dynamik" für den zwischen Bund, Bundesanstalt für Arbeit und den Spitzenverbänden der Wirtschaft geschlossenen Ausbildungspakt. Sie will das Problem beim nächsten Treffen der Partner am 30. Januar 2006 zum Thema machen. Die Wirtschaft hatte den Pakt im Sommer 2004 geschlossen, und damit in letzter Minute die von der rot-grünen Bundesregierung angedrohte Ausbildungsplatzabgabe verhindert.

Der erneute Rückgang des Ausbildungsplatzangebotes sowie der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge werfe Fragen auf, sagte Schavan. Es sei noch nicht klar, ob dies allein ein Reflex auf die unzureichende Wirtschafts- und Beschäftigungsentwicklung sei oder ein Zeichen für strukturelle Veränderungen.

Ende September waren noch 40 900 Jugendliche unvermittelt, davon waren Ende November noch 23 500 übrig. Rechnet man jedoch die Jugendlichen hinzu, die sich seither zusätzlich gemeldet haben, steigt die Zahl der nicht Versorgten auf 37 200. Von den 17 000 seit Ende September "nachvermittelten" Jugendlichen begann ein Viertel eine reguläre Ausbildung, fast ebenso viele kamen in einem Praktikum unter.

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