Wenn Kunden eine schlechte Zahlungsmoral haben
Factoring wirkt auf der Aktivseite der Bilanz

Die Vorteile von Factoring sprechen sich im Mittelstand allmählich herum. Laut Unternehmensbefragung der Kreditanstalt für Wiederaufbau schätzen über zwölf Prozent der Unternehmen Factoring als wichtig ein.

DÜSSELDORF. Die Vorteile von Factoring sprechen sich im Mittelstand allmählich herum. Laut Unternehmensbefragung der Kreditanstalt für Wiederaufbau schätzen über zwölf Prozent der Unternehmen Factoring als wichtig ein. Zum Vergleich: Im Vorjahr kamen nur 6,5 Prozent zu dieser Einschätzung.

Während Leasing auf der Ausgabenseite schonend auf die Liquidität wirkt, setzt Factoring auf der Einnahmenseite an. Beim Factoring übernimmt der Factor die Kundenforderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen. Das Unternehmen erhält dafür bis zu 90 Prozent des Außenstandes sofort, die restlichen zehn Prozent verbleiben beim Factor als Liquiditätsreserve.

Durch den Verkauf der Forderungen bleibt das Unternehmen vom Zahlungsverhalten seiner Kunden unabhängig. Das in den Außenständen gebundene Kapital wird freigesetzt und kann zur Tilgung eigener Verbindlichkeiten eingesetzt werden.

Factoring für Unternehmen mit hoher Liquiditätsbindung

Factoring eignet sich besonders für Unternehmen mit hoher Liquiditätsbindung durch Außenstände - vor allem im Ausland. Denn der Factor übernimmt im Rahmen des Full-Service-Factoring nicht nur das Debitoren-Management nebst Mahnwesen, sondern gegen eine Risikoprämie auch das Ausfallrisiko. Dieser Form des Bilanzschutzes wird besonders vor dem Hintergrund der EU-Erweiterung eine wichtige Bedeutung zukommen, da Geschäfte in Osteuropa immer noch mit besonderen Risiken behaftet sind. Eine Umfrage des ifo-Institutes ergab, dass fehlende Kenntnisse der Rechtssysteme, die große Entfernung zum Kunden und die finanziellen Risiken hier die größten Barrieren beim Markteintritt sind.

Trotzdem: Der Exportanteil deutscher Unternehmen steigt - und bereits neun Prozent aller deutschen Exporte gehen nach Osteuropa. Leasing wird dabei zunehmend zur Absatzfinanzierung eingesetzt. In Rumänien ist jeder zweite Neuwagen geleast, in Tschechien werden 27 Prozent aller Transportmittel und Maschinen über Leasing erworben.

Und auch das Factoring ist in diesen Ländern auf dem Vormarsch. Besonders in Polen: "Das angekaufte Volumen betrug 2001 in Polen etwa 2,6 Milliarden Euro, im letzten Jahr waren es bereits 3,7 Milliarden Euro," erläutert Michael Kruse, Leiter Factoring bei BFS Finance, dem Finanzdienstleister der arvato Bertelsmann AG. Der deutsch-polnische Handel ist intensiv in den Branchen Textil-, Möbel- und Automobil. Diese Branchen weisen traditionell einen hohen Forderungsbestand auf und sind damit besonders "factoring-affin". Die BFS-Schwester arvato Services Poland bietet hier als einer der wenigen Finanzdienstleister auf dem polnischen Markt das Full-Service-Factoring an.

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