Werkzeugmaschinen
In mehr Ruhe liegt die Kraft

Sie schweißen Flugzeug-Triebwerke, formen Skibindungen und fertigen künstliche Gelenke für die Medizintechnik. Werkzeugmaschinen sind aus der modernen Produktion nicht mehr wegzudenken – und Deutschland ihr führender europäischer Produzent. Den derzeit größten Teilmarkt für Werkzeugmaschinen bilden so genannte Bearbeitungszentren, hoch komplexe Alleskönner.

KÖLN. Verkörperten vor Jahren noch Standbohrer und Tisch-Kreissägen den Fortschritt der Werkzeugtechnik, so sind heute computergesteuerte Minifabriken von der Größe eines Kleintransporters oder Einfamilienhauses im Einsatz, die nach getaner Arbeit komplette Motorblöcke oder Getriebegehäuse ausspucken.

In den vergangenen Jahren hat die Werkzeugmaschinenbranche einen wahrhaften Technik-Boom erlebt, deutsche Hersteller haben davon besonders profitiert. Denn sie stehen im Ruf, besonders komplexe Maschinen zu konstruieren, die höchsten Anforderungen genügen – wie sie zum Beispiel in der Autoindustrie gefragt sind, ihrem wichtigsten Abnehmerkreis. So ist Deutschland nach den Vereinigten Staaten heute der zweitgrößte Werkzeugmaschinenproduzent der Welt – und zugleich deren viertgrößter Absatzmarkt. In Europa stehen die deutschen Werkzeugmaschinen-Bauer unangefochten an der Spitze.

Nach Angaben der Londoner Unternehmensberatung Frost & Sullivan werden sie diese Position noch weiter ausbauen können, was vor allem daran liegt, dass Hauptkonkurrent Italien mit hausgemachten Problemen wie geringem Wirtschaftswachstum und unflexiblen Arbeitsmärkten zu kämpfen hat. Global müssen die hiesigen Hersteller zwar künftig auf Marktanteile im Massengeschäft verzichten, heißt es bei Frost & Sullivan. Doch Sorgen brauchen sie sich deshalb nicht zu machen. Denn das profitabelste Wachstum versprechen Hightech-Waren – und dort macht den Deutschen niemand etwas vor.

Vor allem ostasiatische Staaten wie China, Indien und Südkorea könnten mit ihren Maschinen qualitativ noch lange nicht mithalten. Nur simple Ware aus Fernost ist bisher konkurrenzfähig. Und dort dümpelt der Umsatz vor sich hin.

Ganz anders in den Teilmärkten, die deutsche Hersteller dominieren. Insgesamt fasst die Werkzeugmaschinen-Branche die Aufgaben ihrer Geräte etwas sperrig in drei Teilmärkte zusammen: So genannte umformende Maschinen dienen in der Regel der Bearbeitung von Metallen wie Stahl oder Aluminium. Geräte, die im Fachjargon „spanend“ oder „abtragend“ heißen, bearbeiten wiederum Werkstoffe wie Holz – oder wirken mit Lasern auf Oberflächen ein und trennen ganze Teile ab. Fügende Maschinen schließlich kommen dort zum Einsatz, wo Werkstoffe auf irgendeine Art zu pressen sind.

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