Werkzeugmaschinen
Prestige aus Deutschland für Geschäfte in Fernost

Zwei Drittel der deutschen Werkzeugmaschinen werden ins Ausland exportiert. Doch trotz der großen Wachstumschancen setzen die meisten Unternehmen weiterhin auf den Heimatstandort– aus Angst vor Plagiaten und wegen der besseren Produktionsbedingungen.

KÖLN. Es begann mit schier endlosen Fahrten in den Osten. Die Axa-Entwicklungs- und Maschinenbau GmbH lieferte in den neunziger Jahren vor allem nach Tschechien und Ungarn. Gleich mehrere Kunden richteten dort neue Fabriken ein – und Axa fuhr ihnen hinterher. Bis vor fünf Jahren ging das so. Dann eröffnete der Spezialist für Fräs- und Bohrmaschinen eine Außenstelle in Horovice, auf halbem Weg zwischen Pilzen und Prag. „Seit 2001 fertigen wir dort auch eine kleine Serie an Standardmaschinen“, verrät Geschäftsführer Matthias Kappelhoff: „Rund zehn Prozent der gesamten Produktion .“

Die Globalisierung hat auch den Werkzeugmaschinenbau längst erreicht. Immer mehr Unternehmen der Branche expandieren ins Ausland. Neue Standorte entstehen vor allem in Osteuropa, China und Indien. Das schlägt sich auch in den Verkaufszahlen nieder: Deutsche Hersteller exportierten 2005 rund zwei von drei Werkzeugmaschinen und setzten damit rund fünf Milliarden Euro um.

Der größte Importeur ist mittlerweile China, dicht gefolgt von den USA. „Insgesamt dominieren Europa und Nordamerika noch als wichtigste Absatzziele“, sagt KPMG-Experte Matthias Eisfeld. „Der asiatische Markt, insbesondere China, gewinnt aber immer schneller an Bedeutung.“

So sehr die Zeichen auf Wachstum im Ausland stehen – bei der Produktion setzen Branchen-Schwergewichte wie Bosch, Gildemeister, Leitz oder Niles-Simmons ebenso wie die vielen kleineren und mittleren Unternehmen weiterhin auf den Heimatstandort. „Für die Hightech-Produktion im Werkzeugmaschinenbau hält der Standort Deutschland wichtige Trümpfe in der Hand“, sagt Experte Eisfeld: „Solide Infrastruktur, Rechtssicherheit, eine hervorragende Wissenschaftslandschaft, eingespielte Lieferketten und gut ausgebildetes Fachpersonal sichern Effizienz und Innovationskraft.“

Auch die Axa-Entwicklungs- und Maschinenbau GmbH vertraut auf den Stammsitz im westfälischen Schöppingen. Dort fertigt der Mittelständler rund neunzig Prozent seiner Produkte – insbesondere komplexe Maschinen, mit denen Axa den Großteil seines Umsatzes erzielt. „Für den Erfolg unseres Unternehmens sind die Facharbeiter, die zum Teil seit dreißig, vierzig Jahren Anlagen produzieren, unentbehrlich“, sagt Geschäftsführer Kappelhoff. Auch in diesem Jahr stellt sich der Erfolg ein: Den Umsatz von 35 Mill. Euro im Vorjahr will Axa bis zum Jahresende auf 37 Millionen Euro steigern.

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