Werner-Bonhoff-Preis: Den Amtsschimmel überlisten

Werner-Bonhoff-Preis
Den Amtsschimmel überlisten

Eine neue Initiative setzt sich für Bürokratieabbau ein. Mit dem Werner-Bonhoff-Preis zeichnet die gleichnamige Stiftung Unternehmer aus, die die bürokratischen Hemmnisse bei der Gründung oder Führung ihres Betriebes überwunden haben. Der diesjährige Preisträger ist dabei äußerst trickreich vorgegangen.

str BERLIN. Der Preis ist neu, das Ziel ist alt und zugleich aktuell wie selten zuvor: Der von der Werner Bonhoff Stiftung erstmals vergebene „Werner-Bonhoff-Preis wider den Paragrafen-Dschungel“ ging gestern an den Unternehmer Hans-Wolff Graf. Mit dem Preis will die Stiftung auch in den kommenden Jahren Unternehmer auszeichnen, die auf legale Weise möglichst erfolgreich versucht haben, bürokratische Hemmnisse bei der Gründung oder Führung ihres Betriebes zu überwinden. Das Handelsblatt ist Medienpartner des Werner-Bonhoff-Preises.

Graf erhält 100 000 Euro. Der Münchener Unternehmer, Gründer und Vorstand der efv-AG, hat es in der Tat geschafft, sich von bürokratischen Fesseln zu befreien. Die efv-AG, eine Finanz- und Vermögensberatung, hat keine Angestellten und arbeitet ausschließlich mit Partnern, die allesamt Selbstständige mit einem eigenen angemeldeten Gewerbe sind. Damit gilt eine Vielzahl arbeitsschutzrechtlicher Vorschriften für die efv-AG nicht. Die Konstruktion ist so geschickt gewählt, dass bislang sämtliche behördlichen Prüfungen – etwa in Bezug auf Scheinselbstständigkeit – ohne greifbares Ergebnis blieben.

„Dieser Fall wird natürlich für Polarisierung sorgen. Es soll nicht etwa propagiert werden, dass jeder Arbeitgeber seine Angestellten zu Selbstständigen macht“, sagt Lutz Haegert, Steuerrechtler an der Berliner Humboldt Universität, der die Arbeit der Stiftung wissenschaftlich begleitet. Mit dem Preis wolle die Stiftung vielmehr „zum Unternehmertum ermutigen“ und zeigen, dass es Mittel und Wege gibt, sich durch den Paragrafendschungel zu kämpfen, sagt Stiftungsvorstand Till Bartelt.

Die Stiftung will allerdings nicht nur motivieren. Ziel ist es außerdem, einen systematischen Beitrag zum Bürokratieabbau zu leisten. Die Anzahl der Verordnungen soll reduziert, die Regelungen selbst sollen vereinfacht und aufeinander abgestimmt werden. Bartelt spricht sich für eine regelmäßige Prüfung von Verordnungen auf Sinn, Notwendigkeit und Vereinbarkeit mit anderen Verordnungen aus.

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