Werner-Bonhoff-Preis
Fall 1: Von Antrag zu Antrag

Mit umfangreicher Betreuung und finanzieller Unterstützung locken staatliche Stellen gerne Unternehmensgründer. Auf welche bürokratischen Hemmnisse man dabei stoßen kann, schilderten zwei Jungunternehmer aus Mainz in ihrer Bewerbung für den Preis.

bef BERLIN. Thomas Könecke und Andreas Behringer gründeten im April 2004 die Santomis GmbH, die ein Onlineportal für Ernährungsberatung betreibt. Die Unternehmer glaubten, nach dem Start ein Finanzierungspaket der Wirtschaftförderung in der Tasche zu haben: Die vier Partner – zwei Privatbanken, das Wirtschaftsministerium Rheinland-Pfalz und die dem Land gehörende Investitions- und Strukturbank – hatten das Paket bereits abgesegnet. Mit dem Geld sollte unter anderem ein Auszubildender finanziert werden.

Doch dann gab es bürokratische Probleme: Zunächst hätten die Behörden moniert, dass der Auszubildende mit 28 Jahren zu alt sei. Dann wiederum lag die Förderung auf Eis, weil wegen der Behinderung des Azubis geprüft werden musste, ob nicht die Bundesagentur für Arbeit für die Bezuschussung zuständig sei. Es wurde eine Lösung gefunden, der Antrag neu gestellt.

Doch mittlerweile war es Januar 2005, was bedeutete, dass die gesamte Förderung wieder nicht ausgezahlt werden konnte. Grund: Das Förderprogramm für 2005 sei noch nicht unterzeichnet worden, erzählen die Gründer. „Man sagte uns, dass dies noch Monate dauern könnte“, sagt Behringer. „Wir hätten das Förderpaket im Mai 2005 nochmal neu beantragen können.“

Die beiden verzichteten entnervt, sie hatten wegen des Verzugs ohnehin das Geschäftsmodell umstellen müssen. Den Azubi konnten sie nicht weiter beschäftigen.

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