Wettrennen um den Export
USA und China gewinnen, Europa verliert

Der Verdrängungswettbewerb im Welthandel läuft auf vollen Touren. Die großen Exportnationen Deutschland, China und Japan treiben seit Jahren die Ausfuhren hoch. Nun setzen auch noch die USA wegen des schwachen Dollar und der abflauenden heimischen Wirtschaft auf den Export. Das verschärft den Wettbewerb.

HB WIESBADEN. Nach Ansicht von Experten werden die USA ebenso wie China zu den Gewinnern gehören. Dagegen wird Deutschland wohl kaum noch Anteile hinzugewinnen und bereits 2008 seinen Titel Exportweltmeister an China abtreten müssen.

Die Wirtschaftsgroßmacht China hat im Frühjahr die USA als Exporteur überholt und setzt die Aufholjagd zur amtierenden Nummer Eins Deutschland fort. „Das bedeutet aber keine dramatischen Einbrüche, sondern das sind normale Verschiebungen“, sagt Bernd Schaaf von der »  » Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai) in Köln. Der deutsche Export wird nach Expertenmeinung in diesem Jahr mit rund 7 Prozent nur noch halb so stark wachsen wie 2006 mit 13,7 Prozent. 2008 wird der deutsche Außenhandel die Billionengrenze überschreiten.

Der deutschen Exportwirtschaft kommt zugute, dass sie sich auf Investitionsgüter, Autos und Maschinen spezialisiert hat. Diese Waren sind in aufstrebenden Volkswirtschaften wie China, Indien und Russland sowie den ölexportierenden Ländern besonders gefragt. Das Gewicht der entwickelten Industrieländer nimmt dagegen ab. Zudem haben deutsche Firmen durch moderate Tarifabschlüsse an Wettbewerbsfähigkeit gewonnen.

Die starke Mengennachfrage ist ein Grund dafür, warum die derzeit schwächere Konjunkturentwicklung in den USA auf die Wirtschaft in anderen Regionen nicht mehr so stark durchschlägt. „Die alte Regel: „Wenn die USA Schnupfen haben, hat Deutschland die Grippe“, gilt nicht mehr“, sagt Klaus Schrüfer von der SEB Bank. Seit Jahresbeginn sind die deutschen Exporte in die USA - nach Frankreich zweitwichtigster Absatzmarkt deutscher Produkte - um drei Prozent gesunken, aber insgesamt wuchsen die Ausfuhren um mehr als elf Prozent. Etwa 40 Prozent davon gingen in die EU. „In Osteuropa und Erdölländern wird oft in Euro abgerechnet, so dass der ungünstige Wechselkurs nicht bremst“, sagt Alexander Koch von Unicredit.

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