Wiederaufbau von Wohnhäusern
Investoren halten an Bauprojekten im Libanon fest

Weite Teile der libanesischen Wirtschaft sind von den Auseinandersetzungen mit dem südlichen Nachbarn Israel direkt und indirekt betroffen. Ein großer Teil der Straßen und Brücken des Libanon sind infolge der Kampfhandlungen beschädigt oder zerstört worden. Doch die Golfinvestoren halten an ihren Bauprojekten fest.

bfai KÖLN. Der Krieg hat die insbesondere durch umfangreiche Bauinvestitionen und stark gestiegene Touristenzahlen sehr gut laufende Konjunktur des Jahres 2006 jäh unterbrochen. Anstelle eines von verschiedenen Institutionen vorausgesagten Wachstums des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 3 bis 6% wird nunmehr mit einer stagnierenden oder sogar zurückgehenden Wirtschaftsleistung für das Gesamtjahr gerechnet.

Umfangreiche Unterstützungszusagen aus den Golfstaaten lassen auf einen zügigen Wiederaufbau von Wohnhäusern, Fabriken, Verkehrs- und Versorgungseinrichtungen hoffen. Kuwait und Saudi-Arabien haben zusammen 1 Mrd. US$ in Aussicht gestellt. Das saudische Königreich hat die libanesische Zentralbank mit einer weiteren Milliarde gestützt, so dass der Kurs des libanesischen Pfundes stabil gehalten werden konnte. Libanon erhielt 2005 Investitionen in Höhe von rd. 1,8 Mrd. US$ aus arabischen Ländern. Ein großer Teil davon fließt in Bauvorhaben. Auch im ersten Quartal 2006 stieg die Zahl der Baugenehmigungen im Vergleich zum Vorjahr stark an.

Eine Stärke der libanesischen Wirtschaft ist traditionell der Finanzsektor. Die wichtigsten Banken des Landes sind regional gut aufgestellt, so dass die infolge der Kriegsschäden zu erwartenden Ausfälle die Gesamtbilanz nicht so stark belasten wie es allein auf das Inland bezogen der Fall wäre. Die saudi-arabische Unterstützung hat das Vertrauen in den libanesischen Finanzsektor gestärkt.

Große Erwartungen werden mit den für Februar 2007 erneut angekündigten Privatisierungen im Telekommunikationssektor verbunden. Sowohl der staatliche Festnetzbetreiber Ogero als auch die beiden Mobilfunknetze, die von den Privatunternehmen Alfa und MTC Touch betrieben werden, sollen vollständig in Privatregie übergeben werden. Ein Modernisierungsschub in den Bereichen Telefon und Internet könnte auch dem etwas lahmenden IT-Sektor neuen Schwung verleihen.

Weitere Informationen finden Sie bei der Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai).

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