Wiederverwendung
Metall aus zweiter Hand ist gefragt

Die Wiederverwendung von Metall schont nicht nur die Ressourcen, die Zweitverwertung nimmt in Zeiten stetig steigender Rohstoffpreise auch ein wenig Preisdruck von mittelständischen und kleinen Unternehmen. Unternehmen setzen verstärkt auf Schrottrecycling – doch das Material ist Mangelware.

AUGSBURG. „Schrott ist wertvoll“, sagt Jochem Berendt, Gründer des Einzelunternehmens Recycling Berendt in Hagen. Berendt hat sich schon in den neunziger Jahren der Aufbereitung von Schrott verschrieben, statt den Alkohol- und Süßwarenhandel seines Vaters fortzuführen. Jetzt analysiert er Metallschrotte mit Spezialgeräten und verteilt sie auf seine Aufbereitungswerke. Dort wird das Material dann zu Blechen und Drähten weiterverarbeitet und an die produzierende Industrie verkauft. „So wird Metall in den Kreislauf zurückgeführt“, sagt Recycling-Fachmann Berendt. Wie wertvoll der Schrott derzeit ist, sei allerdings nicht allen klar. Immer wieder lande teures Altmetall auf der Müllkippe oder in der Ecke einer Autowerkstatt, statt bei ihm in Hagen.

Dabei ist der Metallschrott derzeit fast genauso eine Mangelware wie neue Stähle oder Eisen. Denn immer mehr mittelständische Unternehmen verwenden den wiederaufbereiteten Schrott für ihre Produktion, um den hohen Rohstoffpreisen zu begegnen. Günstigere Preise, geringer Energieaufwand bei der Gewinnung und kurze Wartezeiten bis zum Einsatz sind die Hauptvorteile des Metalls aus zweiter Hand. „Bei einer Mine vergehen schon mal sieben bis zehn Jahre, bis sie läuft“, weiß Hans-Gerhard Hoffmann, Präsidiumsmitglied der Wirtschaftsvereinigung Metalle (WVM) und Geschäftsbereichsleiter für Recycling bei der Norddeutschen Affinerie in Lünen, dem weltgrößten Kupferrecycler. Doch nicht immer kann das aufbereitete Metall genauso gut verwendet werden, wie der Rohstoff.

„Durch das häufige Brennen fehlen dem Eisenschrott bestimmte Stoffe, wie Ferrosilizium und Ferromangan“, erzählt Matthias Köhler, Geschäftsführer der Gießerei Elsterberg GmbH. Die Vorlegierungen muss der Unternehmer dem flüssigen Schrott deshalb von Hand beimischen. In Ziegelform werden sie der Gattierung, der Ansammlung des Gussmaterials, beigelegt. „Recyclingmetall muss man deshalb immer zuerst mit speziellen Geräten analysieren“, sagt Geschäftsführer Köhler.

Roheisen könne er hingegen so verwenden, wie es auf den Hof geliefert wird. Mittlerweile habe er freilich genug Erfahrung, um die Zusammensetzung der Schrottarten vorab zu kennen, sagt er Fachmann. Eisenbahnschienen etwa sind ihm besonders lieb. Köhler nennt sie „reinen Schrott“. Bei Baustahl weiß man dagegen nie genau, was drin ist, sagt der Geschäftsführer der Gießerei. Dafür ist er auch besonders billig.

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