Windparks
Institutionelle Investoren laufen Privatanlegern den Rang ab

Die Zeiten, als ein paar idealistische Kleinanleger sich mit Direktbeteiligungen für die Windkraft stark machten, sind vorbei. Heute bestimmen zunehmend ausländische Großinvestoren mit immensen Investitionssummen das Bild. Unter den erneuerbaren Energien erfreuen sich derzeit zwar vor allem die Solar-Werte über das Interesse der Anleger - dennoch fließen weiter Milliarden in die Windkraft.

KÖLN. Der neueste Deal der Plambeck Neue Energien AG aus Cuxhaven dreht sich um deutsche Windparks und ist trotzdem international: In Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg errichtet der Windpark-Projektierer in den kommenden zwei Jahren insgesamt 30 Windparks, die zusammen über 300 Megawatt in das deutsche Stromnetz pumpen sollen. Am Ende übergeben die Cuxhavener die Anlage schlüsselfertig - und zwar an den australischen Windparkfonds Babcock & Brown Wind Partners. Erst kürzlich meldete Plambeck, dass der große Rahmenvertrag mit einem Investitionsvolumen von 400 Millionen Euro zustande gekommen ist.

Die erste Generation der Windparkbetreiber war vor 15 Jahren auf Bankkredite angewiesen. Um das geforderte Eigenkapital aufzubringen, wurden Kommanditisten auf den Plan gerufen - damals noch vorwiegend Privatleute. Während auch heute noch die meisten Betreibergesellschaften als GmbH & Co. KG auftreten, haben sich die Investoren im Lauf der Zeit verändert.

„Sie sind größer geworden“, sagt Jürgen Koppmann, stellvertretender Vorstand der Umweltbank AG. Die Kleinanleger haben sich seit Anfang des neuen Jahrtausends mehr und mehr aus dem Markt verabschiedet. „In den letzten drei bis vier Jahren gab es zunehmend institutionelle Investoren.“ Dafür sieht er mehrere Gründe: Die Projekte seien vor allem umfangreicher und teurer geworden.

Offshore funktioniert nur mit großen Investitionen

Heute wird nicht mehr nur eine Anlage, sondern gleich ein ganzer Park gebaut. Besonders für die geplanten Offshore-Projekte auf hoher See sei sehr viel Geld nötig, sagt Koppmann. „Da befinden wir uns im 100 Millionen-Euro-Bereich. Und der ist für Kleinanleger in der Regel nicht mehr interessant.“ Auch die veränderte Steuergesetzgebung, nach der man Verluste nicht mehr in voller Höhe geltend machen kann, habe das Interesse geschmälert.

Nicht zuletzt der Wind selbst hat die Kleinanleger vertrieben. „Die letzen fünf Windjahre waren nicht so ertragreich wie erwartet und brachten weniger Rendite“, sagt Koppmann. Während sich kleine Anleger zurückzogen, ließen sich institutionellen Anleger nicht abschrecken. „Sie wissen, dass über die gesamte Laufzeit einer Beteiligung ein paar schwache Windjahre statistisch gesehen normal sind.“ Nach Ansicht von Stephan Wulf, Analyst bei der Kölner Privatbank Sal. Oppenheim, zeichnet sich der „strukturelle Wechsel“ innerhalb der Branche besonders dadurch aus, dass große Versorger-Konzerne als Park-Betreiber auftreten. „Das Bild der Park-Betreiber hat sich verändert. Aus vielen kleinen Betreibern wurden wenig große“, sagt Wulf.

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