Wirtschaft erholt sich
Tipps für das Kubageschäft

Kubas Wirtschaft erholt sich allmählich von der "Sonderperiode", die in den 90er Jahren zu Strukturverwerfungen und einem horrenden Investitionsstau führte. Für die deutsche Wirtschaft gilt es, die Reformentwicklung in Kuba aufmerksam zu verfolgen und rechtzeitig zu reagieren, wenn sich das Land weiter für ausländische Direktinvestitionen öffnet.

bfai HAVANNA. Intern gehören die Bauwirtschaft sowie der Fremdenverkehr zu den tragenden Säulen Kubas, wogegen sich die verarbeitende Industrie sowie der Bergbau im Vergleich dazu nur moderat entwickeln. Insgesamt ist die Wirtschaftslage aber noch angespannt. Größtes Sorgenkind der Planer bleibt die Landwirtschaft, weshalb umfangreiche Nahrungsmittelimporte erforderlich sind.

Um der Stagnation im Devisenzufluss aus dem Tourismus entgegenzuwirken, sind umfangreiche Investitionen in die Modernisierung und den Neubau von Hotels notwendig. Nach Jahren des selektiven Betreibens von Joint Ventures und einer Fokussierung auf die Handelsbeziehungen zu Venezuela, Brasilien, China, Iran, Indien und Vietnam scheint sich eine Öffnung für Kooperationsofferten aus anderen Staaten abzuzeichnen.

Eine wirtschaftliche Annäherung, insbesondere im Bereich Luftfahrt, Fahrzeug- und Maschinenbau ist in diesem Zusammenhang zu Russland und anderen Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion zu beobachten. Aus den westlichen Industriestaaten sind kanadische (Nickelindustrie, Erdölförderung, Tourismus) und spanische Firmen (Tourismus, Erdölsuche und -förderung) sehr aktiv.

Durch die Wiederaufnahme der offiziellen Entwicklungszusammenarbeit zwischen Madrid und Havanna zum 1.1.08 treffen spanische Unternehmen in ihren Absatzbemühungen für Produkte und Dienstleistungen unter allen europäischen Herkunftsländern auf die besten Voraussetzungen. Förderlich sind zusätzlich die engen sprachlichen und historischen Bindungen zwischen beiden Ländern.

Angebote deutscher Unternehmen sind stets willkommen, zumal die deutsche Wirtschaft auf Kuba einen soliden Ruf genießt: So habe man sehr gute Erfahrungen mit Technologiegütern aus Deutschland machen können, wie häufig betont wird. Auch stellten deutsche Banken ihre Aktivitäten nie ein, weshalb Handelsfinanzierungen, auch unter Einbeziehung von Hermesdeckungen, möglich sind.

Dennoch stellt die rasche Ausweitung der Geschäfts- und Lieferbeziehungen für jedes deutsche Unternehmen eine Herausforderung dar, bedingt durch Devisenknappheit und teilweise langwierige, nicht immer transparente Abstimmungsprozesse auf kubanischer Seite.

Als äußerst hilfreich erweisen sich in diesem Zusammenhang die offizielle deutsche Bundesbeteiligung an der alljährlich ausgetragenen Messe Fihav in Havanna sowie regelmäßige Unternehmerdelegationen aus verschiedenen deutschen Bundesländern, allen voran Bayern, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern.

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