Wirtschaft kritisiert Sanktionen
Deutsche Iran-Importe steigen

Seit Monaten wirbt die Bundesregierung wegen des ungelösten Atomstreits und amerikanischen Drucks um Zurückhaltung der Wirtschaft im Iran-Geschäft. Doch im bilateralen Handel zeigt sich nun eine überraschende Entwicklung.

BERLIN. Von der Bundesagentur für Außenwirtschaft erfuhr das Handelsblatt, dass die deutschen Exporte im Jahr 2007 zwar tatsächlich zum zweiten Mal in Folge zurückgegangen sind. Aber gleichzeitig stiegen die Importe aus Iran im vergangenen Jahr um fast 50 Prozent - wenn auch auf geringem Niveau.

Danach beliefen sich die Importe aus Iran im vergangenen Jahr auf rund 580 Millionen Euro. Die Exporte sanken dagegen um 15 Prozent auf rund 3,5 Milliarden Euro. Die steigenden Einfuhren dürften auch die Bundesregierung in Erklärungsnöte bringen. Denn vor allem die USA und Israel fordern von Berlin seit langem, den deutschen Handel mit Iran insgesamt herunterzufahren, bis Teheran im Atomstreit eingelenkt hat.

In der deutschen Wirtschaft wächst zugleich der Widerstand gegen den politischen Druck. „Einseitige Handelssanktionen wären angesichts der neuen politischen Großwetterlage völlig unverständlich“, sagte BGA-Geschäftsführer Nagel dem Handelsblatt. „Wir sehen zudem sehr deutlich, dass das Geschäft auch bei völlig unbedenklichen Gütern immer wieder in die Hände asiatischer Konkurrenten fällt.“ „Eine weitere Verschärfung der Sanktionen bringt nicht die Lösung des Problems“, kritisierte Helene Rang, Geschäftsführerin des Nah- und Mittelostvereins (Numov), der Firmen im Nahost-Geschäft berät. „Die Sanktionen gehen nach hinten los.“

Nachdem die US-Geheimdienste die Gefahr einer schnellen Entwicklung iranischer Atomwaffen relativiert hatten, hatte auch BDI-Präsident Jürgen Thumann kritisiert, dass wegen des politischen Drucks deutschen Unternehmen die über Jahrzehnte aufgebauten guten Beziehungen in den Iran verloren gingen.

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