Wirtschaftsboom
Glos sieht große Chancen für deutsche Wirtschaft in Vietnam

Vietnam will die deutsche Wirtschaft stärker an seinem Wirtschaftsboom beteiligen. Regierungschef Nguyen Tan Dung zeigte zum Auftakt seines Deutschland- Besuchs in Berlin großes Interesse an einem Ausbau der Handelsbeziehungen. Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) sagte nach einem Treffen mit Dung, deutsche Firmen sollten noch mehr Geld in Vietnam investieren.

HB BERLIN. Bei den deutschen Direktinvestitionen in dem asiatischen Land „sehe ich für die kommenden Jahre hervorragende Möglichkeiten, wenn das Reformtempo in Vietnam erhalten bleibt“, sagte Glosnach einem Treffen mit dem vietnamesischen Ministerpräsidenten Nguyen Tan Dung.

Der Münchner Siemens-Konzern hofft auf eine Beteiligung an dem 800 Millionen Euro teuren U-Bahn-Projekt in Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon). Dafür sollte im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ein Regierungsabkommen unterzeichnet werden. Deutschland hat für die U-Bahn ein Finanzierungspaket in Höhe von rund 240 Millionen Euro geschnürt. Davon müssen die Vietnamesen 86 Millionen Euro nicht zurückzahlen. Der Rest sind zinsgünstige Darlehen der Staatsbank KfW. Zusätzlich stellen Österreich rund 35 Millionen Euro und die Europäische Investitionsbank (EIB) 155 Millionen Euro bereit. Siemens will Züge, Signal- und Steuerungsanlagen liefern.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) war vergangene Woche in der sozialistischen Republik und hatte für das U-Bahn-Projekt geworben. Deutschland ist wichtigster Wirtschaftspartner Vietnams in der EU. Das Handelsvolumen zwischen beiden Ländern stieg 2007 um über 40 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro. Dabei schlugen aber einmalige Lieferungen von Airbus-Flugzeugen und Lokomotiven stark zu Buche. Vietnam wies 2006 mit 8,2 Prozent nach China das stärkste Wachstum Asiens auf. Problematisch ist die hohe Inflation.

Glos sagte, die Deutschfreundlichkeit sei ein großer Vorteil. Rund 100 000 Vietnamesen hätten in Deutschland studiert oder gelernt. Zu DDR-Zeiten arbeiteten viele Vietnamesen in ostdeutschen Betrieben. Menschenrechtler hatten Merkel aufgefordert, in ihrem Gespräch mit Dung auch auf die Lage politisch Andersdenkender einzugehen. In Vietnam sollen nach Informationen der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in den vergangenen eineinhalb Jahren 55 namentlich bekannte Dissidenten verhaftet und 29 politische motivierte Prozesse geführt worden sein.

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