Wirtschaftsfaktor Jecken: Karneval im Hotel Pullman

Wirtschaftsfaktor Jecken
Karneval im Hotel Pullman

Rolf Slickers ist Direktor des Pullman Hotels im Zentrum Kölns. Tagsüber zumindest. Nachts schlüpft er in eine andere Rolle. Zur Karnevalszeit feiern jedes Jahr 60.000 Menschen in seinem Hotel.
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KölnIm Schrank von Rolf Slickers Büro stapeln sich 16 Karnevalsmützen. Weil sein Hotel, das Pullman im Zentrum Kölns, in der Karnevalszeit so wichtig ist, wurde sein Direktor in 16 Karnevalsvereinen Ehrenmitglied. Und er trägt sogar den Ehrentitel Hauptmann der Prinzengarde – Normalsterbliche erreichen den erst nach zwölf Jahren Engagement.

Jeden Januar ziehen die Herrscher über das Närrische Volk – Prinz, Bauer und Jungfrau –in sein Hotel ein, 2014 bereits zum 43. Mal. Bis zu 400 Auftritte absolvieren sie in einer Session, der Karnevalszeit, die am elften November beginnt. Slickers wird bis zum Aschermittwoch der Gastgeber des Dreigestirns sein.

Sie verwandeln das Hotel in die „Hofburg“, die Residenz der Karnevalsfürsten. Von da an kehren Nacht für Nacht mehrere hundert Karnevalisten aus der ganzen Stadt dort ein, um bis in die Morgenstunden in der Lobby zu feiern.

An Weiberfastnacht und Rosenmontag kümmern sich die 160 Mitarbeiter des Hotels nur um Karnevalsgäste. Die 275 Zimmer sind dann komplett ausgebucht. Angefangen bei 158 Euro in der Superior Kategorie kosten die Zimmer bis 798 Euro für die Domsuite, in der schon Stars wie Sean Connery, Uwe Seeler oder Heinrich Böll übernachtet haben. Frühstück kostet extra.

Im restlichen Jahr liegt die Belegung bei über 70 Prozent. Seit der Flughafen Köln/Bonn mehr Billigflüge anbietet, sind die Hotels in Köln auch lange vor der Finalwoche vor Aschermittwoch besser besucht. Karneval beginnt in Köln am 11.11. und ab Januar wird im Pullman gefeiert.

Immer gegen Mitternacht wechselt Rolf Slickers dann die Rolle. Er lockert die Krawatte und streift das graue Sakko mit der Prinzenspange ab, einem Zeichen höchster Ehre im Kölner Karneval. So auch an diesem Freitagabend im Januar. Die Nadel darf im Trubel, den ihn heute Nacht erwartet, auf keinen Fall verloren gehen. Also wechselt Slickers sein hellblaues Hemd gegen ein gleichfarbiges, auf das ein faustgroßes Ornament der Spange über dem Herzen gestickt ist. Dann setzt er die Karnevalsmütze des Dreigestirns auf.
Die Verwandlung ist abgeschlossen. Rolf Slickers ist bereit für die Party.

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