Wirtschaftsministerin der Emirate im Interview
„Wir werden als Global Player akzeptiert“

Die Vereinigten Arabischen Emirate als Modellwirtschaft für die Region - Wirtschaftsministerin Scheicha Lubna al Qasimi spricht im Interview über Diversifikationsstrategien, good governance und Lehren aus der früheren Ölkrise.

Handelsblatt: Exzellenz Scheicha Lubna, welche ökonomische Rolle spielen die Vereinigten Arabischen Emirate in der Region?

Scheicha Lubna al Qasimi: Die VAE sind in der Region ein ökonomischer Katalysator. Dutzende von hier domizilierten Firmen investieren in arabischen Ländern Milliarden von Dirham. Wir haben uns mit unserer Diversifikationsstrategie zu einer Modell-Wirtschaft in der Region entwickelt.

In welchen Ländern investieren Sie denn?

Allein in Ägypten haben wir im vergangenen Jahr 33 Mrd. Dirham investiert, was etwa sechs Mrd. Euro entspricht. Kürzlich hat die VAE-Firma Etisalat mit Erfolg eine Offerte unterbreitet, den dritten Mobilfunknetzbetreiber in Ägypten zu etablieren. Dafür investieren wir umgerechnet zwei Mrd. Euro. Zudem hat einer der führenden Bauunternehmer aus den VAE den Auftrag für ein Mega-Touristenprojekt in Kairo gewonnen, ferner einen 500-Millionen-Dollar-Auftrag für die Entwicklung touristischer Projekte in Jordanien. Auch in anderen Staaten sind unsere Unternehmen in Infrastrukturprojekten involviert, im Immobilienbereich aktiv oder engagieren sich in Finanzinvestitionen.

Zunehmend fallen Staatsfonds auch außerhalb der Region auf ...

In der globalen Welt zirkulieren die Gelder. Es gibt einen Überschuss an Vermögen, der irgendwohin gehen muss. Die Liquidität der Märkte führt entweder zu Investitionen im Inland oder im Ausland. Wir haben während der früheren Ölkrisen gelernt, dass man das Geld diversifizieren und sich auch Investitionsmöglichkeiten im Ausland anschauen muss.

Was können andere Länder in der Region von Ihrem Erfolg lernen?

Eine der wichtigsten Lehren ist unsere Transparenz gegenüber unseren Handels- und Investitionspartnern.

Was verstehen Sie darunter?

Letztlich läuft das alles auf die Beachtung von „good governance“ hinaus. Wir haben günstige Rahmenbedingungen geschaffen, um Auslandsinvestitionen anzulocken, und gleichzeitig setzen wir alles daran, um für ausländische Investoren ein wirtschaftsfreundliches Geschäftsumfeld zu realisieren. Wenn Investoren zu uns kommen, schafft das Vertrauen und zeigt, dass wir als „global player“ akzeptiert werden.

Reicht das aus, um Wachstum zu generieren?

Wir haben auch erquickliche Summen in verschiedene Marketinginitiativen investiert, um das Land als Touristendestination und als idealen Standort für Business oder für Ausstellungen zu profilieren. Unsere Anstrengungen, stets die neueste Technologie zu adaptieren und unsere Infrastruktur zu verbessern, begründen zudem den Ruf des Landes als ernst zu nehmender Partner, der ein langfristiges, nachhaltiges Wachstum anstrebt.

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