Wirtschaftsprüfer
Prüfe, wer sich ewig bindet

Wirtschaftsprüfer arbeiten nur selten im eigenen Familienbetrieb. Der Grund: Wer Nachfolger im elterlichen Betrieb werden will, braucht mehr als nur Interesse und Lust an Job.

DÜSSELDORF. Zweifel gehören bei den Kleins nicht zur Familie. "Unser Vater hatte immer angeregt, dass wir in die Wirtschaftsprüfung gehen sollen", erinnert sich Werner Klein, einer der beiden Gründerbrüder der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein aus Düsseldorf. "Und so sind wir 1952 bei Karl Warth eingetreten." Nachdem der Ältere, Günter Klein, die nötige Altersgrenze von 30 Jahren erreicht hatte, legte er sein Wirtschaftsprüfungsexamen ab und gründete mit seinem Bruder Werner und Karl Warth 1958 das neue Unternehmen.

Seitdem haben die Brüder viele Familienunternehmen geprüft, beraten und ihnen bei der Nachfolge geholfen. Und obwohl Günter Klein das Examen damals überhaupt nicht leicht gefallen ist und er nur knapp bestanden hatte, zweifelte er nie daran, dass sein Sohn Klaus-Günter - 1957 geboren - es auch zum Wirtschaftsprüfer bringen würde. Der Sohn sagt heute: "Das stand schon bei meiner Geburt fest." Vater Klein lächelt. "Genau die richtige Antwort."

Dabei ist das keineswegs selbstverständlich, bestätigt Hellmuth Teckemeyer. Der Leiter der Mitgliederabteilung der Wirtschaftsprüferkammer in Berlin urteilt: "Es kommt nicht so oft vor, dass Wirtschaftsprüfungsgesellschaften Familienunternehmen sind." Der Grund: Anders als bei Autozulieferern, Möbelherstellern oder Hotelbetrieben müssen die Kinder der Unternehmensgründer sich nicht nur für das elterliche Unternehmen interessieren und die Firmenphilosophie leben. Vielmehr müssen sie auch noch schwierige Examen bestehen, die viel Fleiß und Zeit kosten.

Rund 13 000 Wirtschaftsprüfer arbeiten in Deutschland, die allermeisten haben nach einem Betriebswirtschaftsstudium Berufspraxis gesammelt, die Steuerberaterprüfung abgelegt und schließlich ihr Abschlussprüferexamen bestanden, bevor sie sich Wirtschaftsprüfer nennen dürfen. Die Prüfung gilt als schwerstes Berufsexamen in Deutschland. Nur rund die Hälfte der Prüflinge schafft das Examen im ersten Anlauf. Jeder hat zwei Versuche, kann sich zwar bei jedem Versuch noch in einzelnen Fachgebieten nachprüfen lassen. Doch irgendwann ist Schluss.

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