Wirtschaftsprüfer
Warth & Klein will kräftig wachsen

Die Düsseldorfer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein profitiert von ihrem internationalen Netzwerk Grant Thornton. Doch um auf Augenhöhe mit den größereren Mittelständlern zu sein, fehlen noch einige Millionen Euro an Umsatz. Die nächsten Jahre sollen helfen.
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FRANKFURT. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton steckt sich ehrgeizige Ziele: Nach einer strategischen Neuausrichtung der Unternehmensorganisation will Klaus-Günter Klein, Vorstandsvorsitzender der Düsseldorfer Firma jetzt die Konsolidierung in der Branche mitgestalten. "Wir können uns vorstellen, über kleinere Übernahmen zu wachsen", sagte Klein im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Er sagt das so vorsichtig, da Wirtschaftsprüfer das Wort Übernahme nicht so gerne hören. Doch laut Marktforschungsunternehmen Lünendonk müssen die kleineren WP-Gesellschaften in Deutschland zügig eine gewisse Größe erreichen, um vom gehobenen Mittelstand als Geschäftspartner ernstgenommen zu werden. Da die Branche - vor allem in der Abschlussprüfung - derzeit unter enormem Preisdruck steht, suchen viele WP-Gesellschaften neue Geschäftsmöglichkeiten. Die vier Marktführer der Branche PWC, KPMG, Ernst & Young und Deloitte drängen daher vermehrt in das Kerngeschäft der kleineren Konkurrenten, nämlich die Prüfung und Beratung des international ausgerichteten Mittelstands.

Die kleineren WP-Gesellschaften werden im Wettbewerb um den Mittelstand also nur bestehen, wenn sie mit anderen Wirtschaftsprüfern fusionieren oder sich einem internationalen Netzwerk anschließen. Die Zusammenarbeit klappt dort mal mehr, mal weniger gut. "Viele mittelständische Wirtschaftsprüfer sind in einem internationalen Netzwerk mit mehreren Landesgesellschaften tätig", erklärt Klein "Diese behindern sich teilweise gegenseitig."

Bei Warth & Klein war das bisher genauso. Seit zehn Jahren sind die Düsseldorfer mit drei anderen deutschen Wirtschaftsprüfern im Netzwerk der weltweit sechstgrößten WP-Gesellschaft Grant Thornton zusammengeschlossen. Nun trennt sich diese von den anderen deutschen Partnern, ab Juli 2011 wird Warth & Klein alleinige Mitgliedsfirma des Netzwerks in Deutschland. Im Februar hat sich Warth & Klein daher bereits in eine AG umfirmiert, seit diesem Monat trägt die Gesellschaft den Namen Warth & Klein Grant Thornton.

Bisher erzielt Warth & Klein Grant Thornton Umsätze von 52 Mio. Euro. Lünendonk-Geschäftsführer Jörg Hossenfelder schätzt, dass aber ein Umsatz von 75 bis 100 Mio. Euro notwendig ist, um auf Augenhöhe mit größeren Mittelständlern zu sein. Wirtschaftsprüfer Klein will daher in den nächsten drei Jahren ein Umsatzniveau von rund 80 Mio. Euro erreichen. Neben internem Wachstum will er dies auch durch gezielte Kooperationen und Übernahmen schaffen. "Durch den engeren Zusammenschluss mit Grant Thornton hoffen wir, dass wir bei anderen mittelständischen WP-Gesellschaften Interesse für Kooperationen wecken", sagt er. Beim in der Branche üblichen Wachstum um jeden Preis will er dagegen nicht mitmachen.

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