Wissenschaft als Mittler zwischen Kapitalmarkt und Mittelstand
Forscher helfen beim Entwickeln neuer Finanzierungsformen

Eine ganz besondere Herausforderung des alten sowie des neuen Mittelstands liegt in der Eigenkapitalbeschaffung – vor allem als so genanntes Private Equity über den privaten Finanzierungssektor, aber auch über den öffentlichen Kapitalmarkt.

DÜSSELDORF. Die finanzwirtschaftliche Forschung in Deutschland fokussierte sich in den vergangenen Jahrzehnten in diesem Zusammenhang jedoch meist auf die Finanzierung der größeren, vor allem börsennotierten Unternehmen. Die bedeutenden, zum Teil sehr unterschiedlichen Finanzierungsprobleme neu gegründeter oder mittelständischer Unternehmen fanden meist keine Beachtung. Das hat sich mittlerweile grundlegend geändert: Entrepreneurial Finance – wie diese Forschungsrichtung im Bereich der Unternehmensfinanzierung neudeutsch heißt – rückt bei immer mehr Universitäten und Forschern in den Blickwinkel und erobert sich einen eigenen Platz.

Der vergleichsweise junge Forschungszweig liefert der Wirtschaft großen Nutzen.Bei der Entwicklung von Lösungen setzt die Wissenschaft auf drei Ebenen an: beim betroffenen Unternehmen selbst, bei Finanzmittlern beziehungsweise den Kapitalmärkten und schließlich bei den institutionellen wie privaten Investoren.

Ein Projekt verdeutlicht dies besonders gut: Die Entwicklung des German Entrepreneurial Index, Gex. Der Gex kann künftig eine wichtige Rolle für den Mittelstand spielen, wenn Firmen die Börse zur Eigenkapitalbeschaffung nutzen wollen. Denn spätestens seit Untergang und Schließung des Neuen Marktes gilt dieser Weg für neu an die Börse strebende Unternehmen als problematisch: Bereits notierte mittelständische Unternehmen beklagen sich über nur noch geringes Anlegerinteresse. Und genau dort setzte das gemeinsam von Deutscher Börse und vom Center for Entrepreneurial and Financial Studies (CEFS) der TU München verfolgte Projekt an, einen Index für eigentümergeführte Unternehmen in den maßgeblich ersten zehn Jahren nach der Börseneinführung zu schaffen.

Der im Januar gestartete Gex ist der weltweit erste Index seiner Art und zeigt, dass sich diese Unternehmensgruppe in den vergangenen Jahren im Vergleich zum Dax besser entwickelt hat . Dies verwundert nicht angesichts der Kontrollprobleme, unter denen typische Publikumsgesellschaften leiden. Vor allem aber sind die betroffenen Unternehmen, von denen rund 80 Prozent zuvor in keinem Index enthalten waren, dankbar, dass sie nun bei Anlegern auf vermehrte Aufmerksamkeit stoßen. Schließlich hat der Index gleich neben dieser Informations- auch eine Handelsfunktion: So legten Société Générale und HSBC Trinkaus & Burkhardt zum Indexstart Zertifikate auf den Gex auf.

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