Wohnen im Alter
Wohnen ohne Schwellen und Treppenstufen

Wer im Rollstuhl sitzt oder schlecht sieht, braucht eine andere Wohnung als ein gesunder Mensch. Doch auch immer mehr gesunde Kunden lassen ihr Haus barrierefrei bauen – zur Vorsorge fürs Alter. In einer alternden Gesellschaft wird barrierefreies Bauen immer wichtiger.

KÖLN. Das Bauunternehmen Schuckhardt Massivhaus aus Usingen in Hessen baut Häuser deshalb „barrierefrei“. „Man muss vor allem Bewegungsflächen großzügig gestalten“, sagt Inhaber Peter Schuckhardt: Mit breiten Durchgängen und so wenig Schwellen wie möglich.

Einer Studie des Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) zufolge sind bislang erst ein Prozent der deutschen Wohnungen für das Wohnen im Alter geeignet. Benötigt werden laut BFW-Schätzung bis zum Jahr 2020 drei Prozent. Etwa 800 000 Wohnungen müssen demnach neu gebaut oder modernisiert werden.

„Barrierefreies Bauen wird uns in den kommenden 20 Jahren ganz erheblich beeinflussen“, sagt der Architekt Lothar Marx, der sich seit Jahren mit der barrierefreien Gestaltung von Wohnräumen befasst und an der Technischen Universität München über Planen und Bauen für alte und behinderte Menschen lehrt. Der Sektor sei längst keine Nische mehr. Und auch kein Thema, das allein auf Alte und Behinderte beschränkt sei.

„Barrierefrei ist ein Qualitätsmaß“, sagt Marx. Warum solle eine mit Einkaufstüten beladene Mutter mit zwei kleinen Kindern in den siebten Stock laufen müssen, wenn man einen Aufzug einbauen könne? Warum sollten Kinder im Bad in eine für sie viel zu hohe Badewanne oder Duschtasse klettern müssen? Barrierefrei zu bauen sei deshalb in erster Linie eine Frage des Komfort-Denkens.

Die Baustoff-Messe BAU wird dem Thema 2009 eine eigene Sonderschau mit 20 auf barrierefreies Bauen spezialisierten Unternehmen widmen. Einer der Anbieter, die dort spezielle Produkte ausstellen werden, ist die Wedi GmbH aus Emsdetten. Wedi baut schwellenlose, auf Bodenhöhe liegende Duschelemente. Das Angebot, das es seit zehn Jahren gibt, ist über die Jahre kontinuierlich ausgebaut worden. Denn die Nachfrage steigt. „Betrachtet man den demografischen Wandel, ist das barrierefreie Bauen und Wohnen mit Sicherheit ein aussichtsreicher Zukunftsmarkt“, sagt der Leiter der Anwendungstechnik, Martin Lottmann. Denn die Senioren von morgen wollen schließlich zu Hause alt werden.

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