Yachtbauer Dehler
Finanzinvestor kommt an Bord

Vor zehn Jahren sah es so aus, als würde man bei Dehler kein Land mehr sehen. Im September 1998 stellte der Yachtenbauer aus dem sauerländischen Meschede Konkursantrag. Zu hohe Kosten, mangelnde Effizienz und Managementfehler trieben den einstigen Marktführer in Deutschland in die Krise. Doch mit Hilfe eines Geldgebers hat das Traditionsunternehmen wieder zu alter Stärke zurückgefunden.

FRANKFURT. Dass der Mittelständler mit einer Historie von über 40 Jahren heute wieder auf Kurs ist, Gewinne schreibt und sogar Übernahmen stemmt, hat vor allem zwei Gründe: den Segel-Enthusiasmus von Eigentümer und Firmenchef Wilan van den Berg, der das Unternehmen 2004 nach mehreren Besitzerwechseln kaufte, und einen Finanzinvestor - das seit einem Vierteljahr mit einer Sperrminorität beteiligte Private-Equity-Haus Buchanan Capital Partners "Uns war klar, dass sich dieser Markt konsolidieren wird", sagt van den Berg. "Damit blieb die Frage: Übernehmen wir selbst oder wird Dehler irgendwann übernommen." Doch für eine aktive Rolle habe das Kapital gefehlt. Zuerst habe man deshalb mit einem Mezzanine-Kredit geliebäugelt, sich schließlich aber für Private-Equity-Investor Buchanan entschieden. "Wir wollten einen aktiven Partner, der sein Wissen einbringt und dabei hilft, das Unternehmen zu verbessern", resümiert der Niederländer.

Buchanan stellt allerdings in gewissem Sinne auch eine Ausnahme dar. Denn Finanzinvestoren bestehen beim Einstieg meist auf einem Mehrheitsanteil. Und genau an dieser Stelle wird Private Equity für die meisten Mittelständler uninteressant, denn sie wollen in aller Regel die Zügel nicht aus den Händen geben. Für Peter Blumenwitz, Geschäftsführer des mit 100 Mill. Euro bestückten Fonds, ist hingegen vielmehr ein Aspekt besonders entscheidend: "Sie müssen mit dem Mittelständler absolut auf einer Linie liegen und in etwa die gleichen Ziele haben."

Buchanan hat sich allerdings trotz der Minderheitsbeteiligung - deren Details nicht veröffentlicht werden - auch Mitspracherechte einräumen lassen. Zugleich stellt der Finanzinvestor neben dem Kapital sein Know-how bei Themen wie Budgetierung, Finanzierung und Übernahmen zur Verfügung. Letzteres wurde schon bald nach dem Einstieg benötigt. So kaufte Dehler Ende Januar dieses Jahres den belgischen Yachtbauer Etap. 2008 wollen beide Häuser mit ihren insgesamt rund 260 Mitarbeitern an die 300 Schiffe ausliefern. Im vergangenen Jahr kam Dehler alleine auf rund 155 - als van den Berg einstieg, waren es gerade einmal 85. Und das Ende der Fahnenstange ist nach Ansicht von Blumenwitz noch nicht erreicht. "In zwei bis drei Jahren soll die Zahl auf rund 500 wachsen", sagt der frühere Apax-Manager.

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