Zahlungsfähigkeit
Das Geld liegt häufig im Lager

Jederzeit zahlungsfähig zu sein, ist die Grundlage für ein erfolgreiches und aktives Geschäft. Dabei geht es nicht nur um laufende Einnahmen und Ausgaben; denn gerade im gebundenen Kapital verbergen sich häufig noch erhebliche Reserven. Hier hilft ein so genanntes Liquiditätsmanagement, mit dem Ziel, die Kapitalbindung möglichst optimal zu gestalten.

KÖLN. Eine wesentliche Rolle spielt dabei das Management der Zeit: Wie lange dauert es, bis ein Kunde seine Rechnung für Serviceleistungen bezahlt? Ist die Rechnung überhaupt rechtzeitig fertig? Wie lange lagern durchschnittlich die Waren bis zu ihrem Einsatz?

Dass in der Beantwortung dieser Fragen und der Optimierung der zugrunde liegenden Prozesse enormes Einsparpotenzial liegt, zeigt ein Beispiel:

Ein Kfz-Händler will in einem Jahr 420 Gebrauchtwagen verkaufen. Er kalkuliert mit einem durchschnittlichen Fahrzeugwert von 15 000 Euro. Aus seiner Bestandsliste ergeben sich aktuell 140 Tage durchschnittliche Standzeit der Fahrzeuge; das macht im Jahr eine durchschnittliche Kapitalbindung von 2,45 Mill. Euro. Reduziert man die durchschnittliche Standzeit auf 60 Tage, verringert sich die durchschnittliche Kapitalbindung auf 1,05 Mill. Euro. Andersherum könnten bei einem gleich hohen Fahrzeugbestand erheblich größere Stückzahlen gedreht werden. Und damit nicht genug: Da der Gebrauchtwagenbestand bei vielen Händlern komplett fremdfinanziert ist, reduziert sich mit einer Bestandsminderung nicht nur die Kapitalbindung, sondern bei 6 Prozent Zinsen auch der Zinsaufwand um 84 000 Euro pro Jahr.

Eine derartige Einsparung liegt oft höher als der Jahresgewinn vieler kleinerer Händler. Weiteres Potenzial, um Zeit und Kosten zu sparen und damit die Liquidität zu erhöhen, liegt im Servicebereich. Auch bei Gewährleistungen sorgt eine direkte und effiziente Bearbeitung für deutliche Liquiditätssteigerungen.

Mit einem verbesserten Liquiditäts- und Beständemanagement tritt ein weiterer Effekt ein, der im Blick auf Bankgespräche von Bedeutung ist: eine höhere Eigenkapitalquote verbessert die Bilanzstruktur. Bei konsequenter Anwendung ermöglicht das Liquiditätsmanagement eine erhebliche Renditesteigerung und trägt damit ganz wesentlich zur Zukunftsfähigkeit des Unternehmens bei.

Markus Kraemer, Vorstand TMS Unternehmensberatung AG

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%