Zahlungsstörungen: Kreditkäufer haben den Mittelstand im Visier

Zahlungsstörungen
Kreditkäufer haben den Mittelstand im Visier

Die mittelständischen Unternehmer in Deutschland sind in den Fokus vornehmlich angelsächsischer Investoren geraten, die sich auf den Kauf von Not leidenden Krediten spezialisiert haben. Während in der Vergangenheit vor allem große Portfolien von Spezialfonds erworben wurden, geht es künftig auch vermehrt um individuelle Einzelkredite.

FRANKFURT. Früher hätten die Banken "in guten und in schlechten Zeiten" zu ihren Kunden gestanden, heute sei der Verkauf von Krediten ein normaler Vorgang, sagt Ansgar Zwick, Fachmann bei Houlihan Lokey Howard & Zukin (HLHZ) in Frankfurt. Beispielsweise sei zu erwarten, dass sich die öffentlich-rechtlichen Landesbanken nach dem Verlust der staatlichenen Ausfallgarantien im vergangenen Jahr zukünftig verstärkt von faulen Krediten trennen würden. Dabei werde man versuchen, die Abarbeitung der Fälle im eigenen Lager zu halten, etwa über das Joint venture einer "bad bank" zwischen WestLB und NordLB. Die Investmentbanken und Beteiligungsfonds finden in Deutschland nach Ansicht von Branchenbeobachtern ein breites Betätigungsfeld. Fachleute schätzen das Marktvolumen auf einen dreistelligen Milliardenbetrag, wobei 200 Mrd. Euro als konservativer Ansatz gelten.

Laut Zwick gibt es inzwischen auch wieder Überlegungen bei einigen Banken, das Geschäft mit Not leidenden Krediten selbst zu beackern. Da die meisten externen Investoren Renditen zwischen 15 bis 20 Prozent einstreichen, sehen die deutschen Kreditinstitute ein lukratives Marktsegment.

Insgesamt sei aber auch bei den Kreditkäufern ein Wandel in der Strategie zu erkennen. Die Investoren strebten im Zusammenhang mit ihren Engagements verstärkt Kontrollpositionen an. Dabei zielten sie nicht auf einen schnellen Transaktionsgewinn, sondern auf langfristig angelegte Restrukturierungslösungen.

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