Zahnradprinzip
Verhaltensregeln für das Arbeiten bei Mittelständlern

High Potentials, die es zu mittelständischen Unternehmen zieht, sollten einige Spielregeln beherrschen, damit der Ausflug in die Provinz nicht in der Sackgasse endet.
  • 0

Nachfolge: Alter und neuer Chef sollten einen genauen Übergabefahrplan festlegen. Es muss klar sein, wann der bisherige Chef das Unternehmen verlässt. Beide sollten mindestens ein halbes Jahr Seite an Seite arbeiten, damit der Neue die Chance hat, sich mit den Gepflogenheiten des Unternehmens vertraut zu machen. Aber Vorsicht: Die Kompetenzen müssen vorher klar geklärt werden, sonst kommt es unweigerlich zu Streit.

Mitarbeiterführung: Nicht immer wird der Neue wohlwollend empfangen. Die Mitarbeiter sorgen sich um ihren Arbeitsplatz, haben Angst, dass jetzt alles umgeschmissen wird. Deshalb: Kontakt suchen, mit den Mitarbeitern reden, aber nicht anbiedern.

Geduld: Nicht alle über Jahrzehnte gewachsene Strukturen mit einem Schlag ändern, sondern behutsam vorgehen. Üben Sie sich in Geduld. Ein allzu ungestümes Engagement wird schnell zum Bumerang. Denn die Mitarbeiter brauchen Zeit, um sich an neue Abläufe zu gewöhnen.

Ressort-Denken: Gerade konzernerfahrene Kräfte tun sich anfangs schwer, an das ganze Unternehmen zu denken. Sie sind es gewohnt, in Projekten oder Abteilungen zu arbeiten. Ein Mittelständler funktioniert nach dem Zahnradprinzip. Schauen Sie sich jede einzelne Abteilung an.

Neid: Gut möglich, dass im Betrieb andere Mitarbeiter auf Ihren Posten spekuliert haben und Ihnen nun das Leben schwer machen. Lassen Sie sich auf keine Machtkämpfe ein, Sie könnten nur verlieren. Gerade am Anfang ist der Kontrahent im Vorteil, weil er mehr über das Unternehmen weiß und besser vernetzt ist. Auf Dauer gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder feuern oder den Störenfried ins Team holen und mit Argumenten überzeugen.

Technik: Machen Sie sich mit den technischen Abläufen vertraut. Sie müssen die Produktionsverfahren nicht nur kennen, sondern auch verstehen. Nur dann kann Ihnen niemand etwas vormachen.

Lokal-Kolorit: Auch wenn Sie Vereine und Empfänge nicht besonders mögen - bestimmte gesellschaftliche Anlässe sind einfach Pflicht. Mittelständler in kleinen Orten sind lokal sehr verwurzelt, Abwesenheit bei großen Festivitäten wird als Arroganz empfunden.

Kommentare zu " Zahnradprinzip: Verhaltensregeln für das Arbeiten bei Mittelständlern"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%