ZDH-Studie
Handwerk sucht händeringend Fachkräfte

Nach Jahren des Personalabbaus steuert das Handwerk auf einen gravierenden Fachkräftemangel zu. Fast jeder dritte Handwerksbetrieb klagte bei einer Umfrage des Branchenverbandes ZDH über Probleme, geeignete Fachleute für offene Stellen zu finden.

HB BERLIN. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) hatte nach eigenen Angaben 10 400 Betriebe befragt, die 140 000 Mitarbeiter beschäftigen. Die Handwerkskonjunktur hatte zuletzt erstmals seit Jahren wieder an Schwung gewonnen. Eine Folge ist, dass Ende des dritten Quartals jedes neunte Unternehmen offene Stellen meldet, im Westen sind es sogar fast 13 Prozent.

Trotz der hohen Arbeitslosigkeit können diese jedoch nicht mit geeigneten Fachkräften besetzt werden, heißt es in der ZDH-Studie. Investitionen und Wachstum in den Betrieben drohten dadurch gebremst zu werden. Angesichts der schrumpfenden Bevölkerung werde sich das Problem in Zukunft „noch deutlich verstärken“.

Nach der Prognose der Kultusminister wird die Zahl der Schulabgänger ab 2008 mit wenigen Ausnahmen von Jahr zu Jahr sinken: Statt 970 000 in diesem Jahr werden schon 2010 100 000 junge Menschen weniger die Schulen verlassen. Im Jahr 2020 dürften es nur noch 788 000 Schulabgänger sein. Um die Fachkräfte von morgen heranzuziehen, wollen ein Drittel der befragten Handwerker künftig mehr Lehrlinge ausbilden. Derzeit gibt es nach BA-Angaben noch 50 000 unvermittelte Bewerber auf eine Lehrstelle. Die Zahl ist aber umstritten.

Am stärksten ist der Personalbedarf im gewerblichen Bereich, der von steigenden Exporten und Investitionsnachfrage profitiert. Hier meldet jeder fünfte Betrieb offene Stellen. Bei Kälteanlagenbauern und Feinwerkmechanikern ist es sogar ein Drittel. Fast 40 Prozent der Handwerker für den gewerblichen Bereich haben Probleme, geeignetes Personal zu finden, auch bei den Bauhandwerkern sind es fast so viele.

Mehr als vier Fünftel der befragten Betriebe gaben die mangelnde Qualifikation der Bewerber als Haupthindernis an. Fast die Hälfte klagte, die Arbeitsagenturen würden ihnen Bewerber vermitteln, die nicht entsprechend ausgebildet seien. Daneben kritisiert jeder zweite Betrieb, die von den Agenturen geschickten Anwärter seien oft „nicht arbeitsbereit oder einsatzfähig“. Als „erschreckend“ wertet der ZDH, dass 22 Prozent der Betriebe mit Besetzungsproblemen die Stellen deshalb nicht vergeben konnten, weil es überhaupt keine Bewerber gab. Jeder fünfte Betrieb will im kommenden Jahr Fachkräfte einstellen.

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