Zukunftsmarkt
Werkzeugbauer setzen auf Medizintechnik

Die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie will ihren Vorsprung im Weltmarkt bei hochpräzisen Maschinen von traditionellen Branchen wie der Autoindustrie auf zukunftsträchtige Bereiche ausweiten. Ein Beispiel hierfür ist die Medizintechnik.

gil DÜSSELDORF. „Von diesen Anwendungen zum Beispiel in der Einspritztechnik lernen wir bei Lösungen für die Medizintechnik“, sagt Horst Steinwender, Geschäftsführer des Werkzeugmaschinenherstellers Thielenhaus aus Wuppertal. Das Familienunternehmen erzielt den Großteil seines Umsatzes von 30 Mill. Euro mit Präzisionsmaschinen für die Oberflächentechnik in der Autoindustrie. Auf der Messe Metav in Düsseldorf präsentiert Thielenhaus Anwendungen, mit denen künstliche Hüftgelenke aus Titan oder Keramik so fein poliert werden, dass sie länger halten.

Auch der Oberflächenspezialist Supfina Grieshaber aus Wolfach sieht in der Medizintechnik einen Wachstumsmarkt. Das mittelständische Unternehmen hat ein neues Maschinenkonzept für das Polieren künstlicher Hüftgelenke entwickelt, bei dem nur sehr kurze Wechselzeiten bei der Bearbeitung der eher kleinen Serien nötig sind.

Der schwäbische Werkzeugmaschinenbauer Hermle liefert seit langem an die Medizintechnik. „Für uns gehört die Medizintechnik zu den fünf wichtigsten Kundengruppen“, sagt Vorstand Franz-Xaver Bernhard. „Die Bauteile sind ähnlich herzustellen wie für die Autoindustrie.“ Er erwartet einen wachsenden Bedarf an Implantaten nicht nur für Schultergelenke, sondern auch für Schultern und Zehen, die auf hochkomplexen Maschinen bearbeitet werden müssen. Die größten Wachstumschancen sieht er in den USA und der Schweiz.

Auch der Laserspezialist Trumpf liefert seine Maschinen bereits seit langem an Hersteller aus der Medizintechnik. Vertriebsleiter Alexander Knitsch sieht Einsatzgebiete von Lasern vor allem bei der Herstellung von Instrumenten für die Chirurgie und bei Implantaten. „Der Laser kann flexibel zum Schweißen, Schneiden und Beschriften eingesetzt werden.“ Die Maschinen für die Medizintechnik sind die gleichen wie in der allgemeinen Fertigung, sie müssen nur viel präziser arbeiten.

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