Zulieferchancen
Polen finden Geschmack an Fastfood

Die beiden börsennotierten Fastfood-Ketten Amrest und Sfinks wollen in Polen weiter expandieren. Ihre Umsätze sind im 2. Quartal 2006 um über 20% gestiegen. Die steigende Kaufkraft und zunehmende Touristenströme kommt auch gehobeneren Restaurants zugute. Für deutsche Hersteller ergeben sich Zulieferchancen.

WARSCHAU. Mit dem Wirtschaftsaufschwung, der eine steigende Kaufkraft und sinkende Arbeitslosenquote mit sich bringt, verstärkt sich auch die Nachfrage nach Gastronomieleistungen. Branchenkenner, die den Markt für die größeren Einrichtungen untersuchen, rechnen mit einer dynamischen Umsatzentwicklung von 10% für 2007.

Dieser Zuwachs erfolgt jedoch von einem niedrigen Niveau aus, da die Polen durchschnittlich nur einige Male im Jahr auswärts essen gegenüber 50 bis 70 Mal bei Engländern, Franzosen oder Deutschen. Etwa 40% der polnischen Bevölkerung lebt auf dem Lande, wo fast ausschließlich zu Hause gekocht wird. Zulauf erhalten laut GfK Polonia kleine Bars und einfache Lokale, die ihre Qualität verbessern.

Mitte 2006 meldeten die beiden an der Warschauer Börse notierten Fastfood-Ketten Amrest und Sfinks Zuwächse von über 20% im 2. Quartal 2006 im Vergleich zur entsprechenden Vorjahresperiode. Sie erwirtschafteten nach vorläufigen Angaben 147,5 Mill. Zl (2. Quartal 2005: 121,4 Mill. Zl) beziehungsweise 39,3 (32,0) Mill. Zl. Sfinks konnte im 1. Halbjahr 2006 den Nettogewinn um 83% auf 5,5 Mill. Zl erhöhen. Nun werden mit Spannung die Ergebnisse der Sommermonate erwartet, in denen die Nachfrage gewöhnlich besonders hoch ist. Der Vorsitzende der Sfinks-Kette, Piotr Mikolajczyk, prognostiziert für 2006 einen Umsatzzuwachs von 39% auf 165 Mill. Zl.

Amrest betreibt auf Franchising-Basis die Ketten Pizza Hut und Kentucky Fried Chicken (KFC). Im Jahr 2006 eröffnete die Gesellschaft zwei eigene gastronomische Einrichtungen mit der Bezeichnung "Rodeo Drive" (teurere Grillgerichte) und "Freshpoint" (Sandwiches). Deren Zahl soll bis Ende 2006 auf insgesamt etwa ein Dutzend steigen. Amrest verfügt derzeit in Polen über 132 Lokale und Sfinks über 89. Davon fungieren 82 unter dem Sfinks-Logo "Sphinx" und sieben unter dem Markennamen "Chlopskie Jadlo" (Bauernschänke).

In Polen entwickelt sich eine regelrechte Fastfood-Kultur, wobei Wert auf Vielfalt, Qualität und gesunde Kost gelegt wird. Das Angebot ist breit und umfasst außer dem der bekannten internationalen Ketten vegetarische Speisen, Salate, frische Suppen, verschiedene Fertiggerichte wie Pieroggen oder Lasagne, Döner Kebab und anderes. Aufgeben musste trotz ihres guten Angebots die Fisch-Restaurant-Kette "Pesca Bar" der Firma Wilbo aus Wladyslawowo.

Die polnischen Gastronomen profitieren auch von der wachsenden Zahl in- und ausländischer Touristen. Im Jahr 2005 (2004) reisten 64,6 (61,9) Mill. Ausländer nach Polen, davon übernachteten 15,2 (14,3) Mill. Personen. Das Touristikinstitut, Instytut Turystyki (IT), beziffert die Ausgaben der ausländischen Besucher auf 6,2 (5,8) Mrd. US$. Es erwartet künftig weiter steigende Touristenzahlen: 2006 sollen bereits 16,3 Mill. Ausländer mindestens einmal in Polen übernachtet haben, 2007 rund16,8 Mill., 2008 an die 17,5 Mill., 2009 circa 18,2 Mill. und 2010 rund 19,0 Mill. Personen.

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