Zuschüsse verfallen
Betriebe lassen Fördergelder ungenutzt

Kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs) haben unterschiedliche Möglichkeiten, Förderungen in Anspruch zu nehmen. Laut dem Institut für Wirtschaftsforschung beziehen deutsche Existenzgründer und Unternehmen jährlich etwa 145 Mrd. Euro an Fördergeld. Jedem Unternehmen oder Existenzgründer, sofern berechtigt, stehen im Schnitt 56 000 Euro an Fördergeld zu.

BAD CAMBERG. "Zwei Drittel davon sind nicht rückzahlbare Zuschüsse“, informiert Manfred Gronych, Geschäftsführer von Maxima Concept in Sulzbach im Taunus. Der Rest seien zinsverbilligte Darlehen. "Das Geld steht den Unternehmen zu", fordert er die Entscheider auf, diese Töpfe auszuschöpfen. Er geht davon aus, dass rund ein Drittel der zur Verfügung stehenden Fördermittel verschenkt werden, vor allem von den KMUs. Denn ihnen fehlen meist die Mitarbeiter, die sie für die Suche nach den geeigneten Fördertöpfen abstellen können. Das halte viele KMUs davon ab, aktiv zu werden, erklärt er.

Ansprechpartner in Deutschland für Fördermittel auf Bundes- und Landesebene sind die unterschiedlichen Ministerien und zum Beispiel die KfW Mittelstandsbank. Mit dem High-Tech-Gründerfonds unterstützen beispielsweise das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, die KfW sowie private Industrieunternehmen junge Technologiefirmen in der Startphase mit Wagniskapital.

Aus einem weiteren KfW-Topf für Beteiligungsfinanzierungen, dem ERP-Startfonds, wurden bislang mehr als 170 Unternehmen mit knapp 127 Mill. Euro gefördert. Adressaten sind vor allem Unternehmen der Biotechnologie und Software-Häuser. Eine vierte Offerte, das KfW-Genussrechtsprogramm, richtet sich an Firmen mit einem Kapitalbedarf zwischen 0,5 und fünf Mill. Euro. "Das Genussrechtsprogramm stellt den Unternehmen bilanzielles Eigenkapital nach Handelsgesetzbuch bereit,“ erläutert Claudia Konrad, Expertin für Mezzanin- und Beteiligungsförderung der KfW, die Vorteile des Programms. Daneben können neue oder bestehende KMUs EU-Töpfe anzapfen. Sie sind für den Zeitraum 2007 bis 2013 mit immerhin 850 Mill. Euro gefüllt. Gronych sieht allerdings dabei auf die Kapitalsuchenden einen langen Weg durch die Instanzen zukommen.

Ton van Lierup, zuständig für Industrie und Unternehmen bei der EU-Kommission in Brüssel, widerspricht: "Über die Web-Seite der EU-Kommission können Fragen zu Fördermitteln gestellt werden. Sie werden binnen weniger Tage beantwortet.“ Ganz entschärfen kann van Lierup den umständlichen Verfahrensweg nicht. "Spezifische Prüfprozesse müssen eingehalten werden“, argumentiert er. Denn immerhin gehe es um die Steuergelder der Bürger, die verteilt werden.

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