Zusteller bringen sich in Position
Wenn die Post ihr Monopol verliert

Mit Beginn des Jahres 2008 wird auf dem deutschen Briefzustell-Markt nichts mehr so sein wie es einmal war. Dann wird das letzte Monopol der Deutschen Post fallen: Briefe mit einem Gewicht von bis zu 50 Gramm dürfen dann auch Konkurrenten befördern. Und die stehen schon in den Startlöchern, denn der Markt ist riesig: Drei Viertel aller Briefe fallen in dieses Segment.

DÜSSELDORF. Die bisherige Phase der Deregu-lierung diente also nur dem Warmlaufen der neuen Anbieter. Derzeit sind rund 900 Unternehmen am Markt tätig, schätzt die Bundesnetzagentur. Ein Großteil davon sind regionale Zustelldienste. Hinzu kommen mit der Pin Group und TNT Post zwei große Konkurrenten, die sich viel vorgenommen haben: Beide wollen die Nummer zwei hinter der Deutschen Post werden. Auch das junge Netzwerk Xanto will ein bundesweites Angebot aufbauen: „Eine lückenlose Zustellung ist in jedem Fall Voraussetzung, um gegenüber der Deutschen Post bestehen zu können“, sagt Björn Sasse von der Hamburger Unternehmensberatung ITA.

Hinter der Pin Group stehen die Verlage Springer, WAZ und Holtzbrinck, zu dem auch das Handelsblatt gehört, mit ihren Zustelldiensten. Das Unternehmen wurde im Sommer vergangenen Jahres gegründet und ist seitdem auf Einkaufstour, um eine flächendeckende Versorgung leisten zu können. Im Moment arbeiten 7 000 Zusteller für die Pin Group, bis Ende kommenden Jahres sollen 35 000 Zusteller in grünen Pin-Mail-Uniformen unterwegs sein. „Die Integration der Tochterunternehmen und ein einheitliches Auftreten sind ein zentraler Faktor“, sagt Geschäftsführer Günther Thiel. Derzeit erledigt das Unternehmen rund 90 Prozent seiner Aufträge in Eigenregie, vor allem bei den Postleitzahlgebieten sieben bis neun ist man aber noch auf die Hilfe der Kollegen in Gelb angewiesen. Das soll sich bis Anfang 2008 ändern. Bereits 2010 soll der Umsatz bei 1,1 Mrd. Euro lie-gen.

Die TNT Post, ein Joint Venture der niederländischen Post und des Paketdienstes Hermes, kalkuliert mit ähnlichen Zahlen. Für 2006 peilt das Unternehmen einen Umsatz von rund 200 Mill. Euro an, in fünf Jahren soll die Umsatzmilliarde geknackt werden.

Die Anzahl der eigenen Zusteller liegt derzeit bei 4 000 und wird weiter ausgebaut: „Wir wollen in Deutschland ein eigenes, robustes und flächendeckendes Netz aufbauen“, sagt Deutschlandchef Mario Frusch. Die Flächendeckung gibt TNT mit über 90 Prozent an, nächstes Jahr sollen alle Lücken in gering besiedelten Gebieten geschlossen sein. Beim Aufbau eines eigenen Filialnetzes sollen die 12 000 Paketshops von Hermes helfen: „Dazu führen wir derzeit Gespräche mit der Hermes-Geschäftsführung, sagt Frusch. Denn auch TNT will Universal-dienstleister werden, Briefkästen in den Unternehmensfarben Orange-Blau sind nicht ausgeschlossen.

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