Luxusprodukte laufen gut in der reichen Ölregion, das hat auch Alois Ruf erkannt. Seine Ruf Automobile GmbH gehört zu den feinsten Adressen, die die Autowelt zu bieten hat. Mit knapp 80 Beschäftigten baut der Hersteller bislang im Schnitt 35 Fahrzeuge im Jahr. Als Basis dienen die bereits edlen Produkte der Firma Porsche. Sie werden technisch und optisch rundum veredelt. Die Eingriffe sind dabei so groß, dass Ruf nicht als Tuner, sondern als eigener Hersteller gilt. Mit den bis zu 650 PS starken Supersportlern bedient die Firma weltweit eine erlesene Klientel von Auto-Enthusiasten, denen ein Porsche „noch nicht individuell genug ist“, wie Ruf sagt.
Der Autobauer erfüllt damit genau die Kriterien, die die Verantwortlichen in Bahrain schätzen. Entsprechend entgegenkommend wird Ruf behandelt. Hilfreich sind auch die seit Jahrzehnten bestehenden Kontakte zur Königsfamilie, von der auch die Idee für die Ansiedlung des Autoveredlers kam. Alois Ruf lobt vor allem die guten Finanzierungsmöglichkeiten in Bahrain: „Geld ist in der Region genug vorhanden. Man muss sich nicht mit Haut und Haaren ausliefern, um das Kapital für eine Expansion zu finden“, beschreibt er mit einem Seitenhieb auf hiesige Banken.
Ruf gründete ein Joint Venture, in das arabische Investoren das Kapital einbringen und er das Know-how, Produkt, Produktionssystem und Image beisteuert. Seine Partner fungieren als eine Art stille Teilhaber, Ruf selbst ist Chairman und trifft die Managemententscheidungen alleine. Rechtlich wäre es möglich gewesen, die Firma alleine zu gründen, doch dann wäre die Belastung für die Firma größer gewesen.
Erfahrung und gute Beziehungen sind seiner Meinung nach die beste Basis für eine Investition in der Region. Ruf beschreibt das Geschäftsgebaren als korrekt: „Der Umgang entspricht dem in der westlichen Geschäftswelt. Es geht pragmatisch zu“, erläutert er. Das gilt für die Kultur insgesamt, Bahrain gilt als liberalstes Land in der Golfregion. „Es gibt keine Schleierpflicht, unsere Beraterinnen können in Bahrain unbehelligt Rock tragen“, sagt Berger-Chef Schwenker.
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