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03.03.2008 
Traditionsfirma Schimmel

Auf der Klaviatur des Weltmarkts

von Bert Fröndhoff

Im Jahre 2003 übernahm Hannes-Schimmel Vogel die Führung des größten deutschen Klavier-Herstellers Schimmel. Mit Leidenschaft und einer neuen Marketingstrategie will die Traditionsfirma neue Wachstumsmärkte in Russland und Asien erschließen. Wie sich der traditionsreiche deutsche Hersteller Schimmel im globalen Konkurrenzkampf behauptet.

Neue Marketingstrategien sollen das Überleben deutscher Klavier-Hersteller sichern. Foto: dpaLupe

Neue Marketingstrategien sollen das Überleben deutscher Klavier-Hersteller sichern. Foto: dpa

BRAUNSCHWEIG. Klavierspielen kann Hannes Schimmel-Vogel nicht. „Leider“, wie er sagt. Schließlich ist der 37-Jährige Chef eines der größten deutschen Klavier- und Flügelherstellers: der Pianofortefabrik Wilhelm Schimmel in Braunschweig. Virtuoses Tastenspiel ist aber ohnehin nicht die entscheidende Qualifikation, die er für seinen Job braucht.

Schon eher zählt das Wissen aus seinem BWL-Studium und die Erfahrung aus der Unternehmenspraxis. Denn im Klavierbau ist neben Leidenschaft heute vor allem eines gefragt; modernes Management, Marketing – und die Bereitschaft, auf die Globalisierung zu reagieren.

Das war lange Zeit nicht der Fall in der Branche, die auf eine ruhmreiche Tradition zurückblickt und Weltmarken hervorgebracht hat: Schimmel zählt dazu, Julius Blüthner aus Leipzig oder C. Bechstein aus Berlin. Die Wucht der aufsteigenden Konkurrenz aus Fernost hat viele Klavierbauer an die Wand gedrückt (siehe „Schockwellen ...“).

„Ende der 90er-Jahre hatte unsere Branche den Tiefpunkt erreicht“, erinnert sich Burkhard Stein, Vorstandsmitglied des Bundesverbands Klavier und Chef des Herstellers Grotrian-Steinweg. Heute laufe das Geschäft wieder stabil – auch deswegen, weil sich viele Hersteller komplett neu ausgerichtet hätten.

Andere verschwanden vom Markt. Zuletzt der älteste deutsche Klavierbauer, Ibach aus Schwelm bei Wuppertal. Das im Jahr 1794 gegründete Familienunternehmen stellt in diesen Tagen die Produktion ein. Die war aber ohnehin kaum noch nennenswert: Fünf Klavierbauer hatte der Hersteller hochwertiger Flügel zuletzt beschäftigt.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: „Auch an Schimmel zog die Krise nicht vorbei.“

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