Der Export ist die Konjunkturlokomotive, aber wie sieht die Marktentwicklung im Inland aus?
Nach einer fast zehnjährigen Nachfragedelle hat der Binnenmarkt angezogen. Ich erwarte hier weiter Impulse, da noch immer ein regelrechter Investitionsstau abzuarbeiten ist. Und der hält noch mindestens bis Ende 2009 an. Die Unternehmen haben gar keine andere Wahl, als ihre Produktion zu modernisieren.
Das hört sich alles sehr optimistisch an. Könnte Ihnen der Nachwuchsmangel einen Strich durch die Rechnung machen?
In der Tat ist es extrem schwierig geworden, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Selbst wir hatten im Fachverband große Probleme, drei Stellen zu besetzen. Die Intralogistik-Branche konkurriert wegen der guten Konjunktur auch mit anderen Wirtschaftszweigen um die wenigen Fachkräfte. Die Belegschaft in unseren Betrieben besteht aus einen relativ hohen Ingenieuranteil – und Ingenieure sind gerade besonders gefragt.
Was wollen Sie dagegen tun?
Wir arbeiten mit den Hochschulen zusammen, um junge Leute für die Intralogistik zu begeistern. Es zeigt sich, dass durch unsere Öffentlichkeitsarbeit der Nachwuchs die Branche stärker wahrnimmt als früher. So ist zum Beispiel der Materialflusskongress an der Universität München eine Plattform mit starker Außenwirkung auf Studenten. Zudem haben wir vor drei Jahren eine Forschungsgemeinschaft gegründet, um mit eigenem Geld industrienahe Forschung zu finanzieren. Dabei beziehen wir auch den Nachwuchs in den Hochschulen mit ein.
Wie steht der Forschungsstandort Deutschland international da?
Kein anderes Land auf der Welt bietet der Intralogistik-Branche eine solch gut ausgebaute Hochschullandschaft wie Deutschland. Wir haben hier 15 Institute, die sich zur Wissenschaftlichen Gesellschaft für Technische Logistik zusammengeschlossen haben – das ist für uns ein wichtiger Kooperationspartner. Aus technologischer Sicht müssen wir uns im internationalen Wettbewerb nicht verstecken.




