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30.05.2007 
Auktionen und Fonds

Aus Patenten Geld machen

von Gisela Demberg und Nicole Bastian

Es sind Schätze, die in Unternehmen schlummern und oft gar nicht als solche wahrgenommen werden: ungenutzte Patente. Nun sollen diese Schätze gehoben werden. Gleich mehrere Anbieter arbeiten derzeit daran, dass Unternehmen in Deutschland ihre Patente künftig besser vermarkten können.

Auktionen und Fonds bieten neue Chancen, nicht genutztes Wissen zu verkaufen. Foto: dpaLupe

Auktionen und Fonds bieten neue Chancen, nicht genutztes Wissen zu verkaufen. Foto: dpa

PADERBORN / FRANKFURT. „Patente haben eine Laufzeit von durchschnittlich 20 Jahren. Wenn sie während dieser Zeit nicht genutzt werden können, sollten sie zu Geld gemacht werden“, sagt Ron Epstein von der IPotential in San Mateo, USA.

Ein Meilenstein in der Entwicklung des Patenthandels in Deutschland war die erste europäische Patentauktion in diesem Monat in München. Patentinhaber aus Unternehmen verschiedenster Größen, Forschungsinstituten sowie selbständige Erfinder fanden sich mit Kaufinteressenten zusammen. Für Ende des Jahres plant die IP Auctions GmbH, eine Tochter der Patentverwertungsgesellschaft IPB Hamburg, eine zweite Auktion. Dabei sollen verstärkt mittelständische Unternehmen als Käufer sowie Verkäufer angesprochen werden.

Derweil kommt auch der führende US-Anbieter Ocean Tomo nach Europa. Nach drei Auktionen in den USA bringt er an diesem Freitag in London Patente unter den Hammer. Vorreiter in der Patentverwertung sind die USA. Dort wurden allein 2006 Patente im Wert von rund 650 Mill. US-Dollar verkauft (Unternehmensfusionen und -übernahmen nicht mitgerechnet). Tendenz steigend. Anders ist es in Deutschland, wie Bruno van Pottelsberghe, Chef-Ökonom beim Europäischen Patentamt in München betont: „Die Lizensierung von Patenten ist im Vergleich zu den USA noch recht schwach entwickelt und wenig transparent. Auch über die Anzahl verkaufter Patente liegen keine verbindlichen Zahlen vor, da die beteiligten Parteien hierüber in der Regel Stillschweigen bewahren.“

Patente liquider zu machen und mit einem Wert zu versehen, zahlt sich mehrfach aus: Das Wissen um vorhandene Patente verhindert unwirtschaftliche Doppelerfindungen und hilft, Patentverletzungen zu vermeiden. Für Unternehmen ist es eine zusätzliche Finanzierungsquelle – selbst wenn sie das Patent selbst nutzen und die Lizenz territorial begrenzt vergeben. Patentkäufer wiederum können eigenes Wissen ergänzen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Patente könnten sich in Zukunft selbst dann auszahlen, wenn sie nicht verkauft werden.

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