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05.05.2008 

Ritter versucht ständig, die Energieeffizienz in seinen Unternehmen zu steigern und lässt sich auch von hohen Anfangsinvestitionen nicht schrecken. „Das rechnet sich fast immer“, sagt er. Bis zu zehn Prozent mehr dürfen Maßnahmen kosten, die umweltschonender sind als andere, ohne dass die Geschäftsführung zustimmen muss. Wird es teurer entscheidet der Chef selbst.

Uwe Gohrbandt ging weniger idealistisch an das Thema Energiekosten heran. Der Vorstandschef des Automobilzulieferers Erbslöh mit rund 1 700 Mitarbeitern und 263 Mill. Euro Umsatz (2006) in Velbert erinnert sich: „Wir wollten nicht etwas für die Natur machen, sondern hatten ganz einfach betriebswirtschaftliche Zwänge.“ Die Autoindustrie fordert die Einhaltung der Umweltschutznorm 14 001.

„Wir müssen alle Dinge, die wir beim Thema Energie beeinflussen können, auch anpacken, das ist wenig genug“, sagt Gohrbandt. Und das bedeutete bei Erbslöh, vor allem Prozesse energieeffizienter zu gestalten. So wurden zunächst an vielen Stellen Zwischenzähler eingebaut, um den Strombedarf vor allem in den Spitzenzeiten zu ermitteln. „Heute wissen wir zu jeder Zeit, wie viel Strom wir wann und wo benötigen“, sagt Gohrbandt. „Früher konnten wir nur den Stromversorgern glauben...“ Heute hat der Autozulieferer die Spitzenstrombedarfe insgesamt bereits um ein Megawatt gedrückt. So ist es zum Beispiel jetzt technisch gar nicht mehr möglich bei Erbslöh zwei Warmaushärteöfen gleichzeitig einzuschalten, Pro Jahr sparen die Velberter rund 770 Tonnen CO2– umgerechnet entspricht das einem CO2-Ausstoß von 300 Autos.

Doch „es war zunächst gar nicht klar, wann sich die Investitionen in ein Energiemanagementsystem überhaupt rechnen“, sagt Gohrbandt. Das ist laut Umfrage ein Thema das viele Unternehmer zögern lässt, obwohl sie sich durch die stetig steigenden Energiepreise unter Handlungsdruck fühlen. Bei Erbslöh war der Return on Investment bereits nach gut einem Jahr – früher als erwartet – erreicht.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Die Rolle klimagerechter Produkte.

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