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16.11.2006 
Übernahmen

Bridgepoint zielt auf große Mittelständler

von Peter Köhler

Die Beteiligungsgesellschaft Bridgepoint Capital will in den nächsten Monaten große deutsche Mittelständler übernehmen. Im Visier hat die Gesellschaft dabei vor allem Unternehmen aus dem Einzelhandel, dem Gesundheitsbereich sowie aus der Freizeitindustrie und den Medien. Doch die Konkurrenz schläft nicht.

FRANKFURT. „Unser Schwerpunkt wird bei Transaktionen zwischen 200 Mill. und cirka 750 Mill. Euro liegen und damit deutlich höher als in der Vergangenheit“, sagte der Deutschland-Chef von Bridgepoint Capital, Uwe Kolb, dem Handelsblatt. Bevorzugte Branchen seien der Einzelhandel, der Gesundheitsbereich, die Freizeitindustrie sowie Medien.

Der aktuelle Fonds umfasst 2,5 Mrd. Euro; zusammen mit Kreditfinanzierungen können rund zehn Mrd. Euro für Übernahmen mobilisiert werden. „Wir haben den Ehrgeiz, aus dem deutschsprachigen Raum drei bis fünf Deals beizusteuern“, sagte Kolb. Es gebe ein relativ gutes Angebot an entsprechenden Unternehmen; insgesamt seien in Deutschland im gehobenen Mittelstandssegment jährlich etwa 40 bis 50 Transaktionen zu erwarten.

Bridgepoint konkurriert mit den Beteiligungsgesellschaften Hg Capital, Electra, Advent und Candover im mittleren Marktsegment. Während früher vor allem die ungeregelte Nachfolge in eigentümergeführten Mittelständlern für Übernahmeziele sorgte, rücken zunehmen neue Themen in den Vordergrund. Dazu zählt auch der Kapitalbedarf nationaler Marktführer, die eine Expansion nach Asien oder in die USA anstreben.

André Mangin, Vorstand bei der Deutschen Beteiligungs-AG, zeigte sich gestern zuversichtlich für das Marktsegment der kleinen und mittleren Unternehmen. Es gebe nach wie vor viele attraktive Akquisitionsziele, hieß es am Rande der „Euro Finance Week“, bei der es gestern um Private Equity ging.

Beteiligungsgesellschaften kaufen Unternehmen, restrukturieren sie und reichen dann die Investments nach drei bis sieben Jahren weiter oder bringen sie an die Börse. Da es im größeren Milliardenbereich derzeit an Deals mangelt, wird das mittlere Marktsegment attraktiver. Allerdings hat dies nach Ansicht von Branchenbeobachtern zur Folge, dass auch hier die Preise stark gestiegen sind. Im Mittel werde derzeit das Achtfache des operativen Gewinns gezahlt.

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