Im Gegenzug zahlt Buffett schlechtere Preise als sie womöglich bei einem Börsengang oder durch den Verkauf an ein klassisches Beteiligungsunternehmen für den Eigentümer zu erzielen wären. „Buffett bietet dem Unternehmer den Erhalt seines Lebenswerkes“, sagt Leber. Es werde noch ein paar Jahre dauern, bis sich dieser Stil auch in Europa durchsetze.
Hierzulande ist Buffett neben dem Mars-Wrigley-Deal zuletzt vor allem durch seine Beteiligungen an den Versicherungsunternehmen Münchener Rück und Swiss Re aufgefallen. Beides war in Omaha kein Thema. Buffett bekräftigte jedoch, dass er seine Beteiligung an der Kölnischen Rück auf 100 Prozent aufstocken wolle. Dafür muss er womöglich die verbliebenen Aktionäre über einen Squeeze-Out herausdrängen.
Deutschen Investoren, wie dem Bonner Jens Große-Allermann, fiel zudem auf, dass Buffett sich in einer Nische neuerdings als Kreditversicherer betätigt. Mit 30 Leuten holte Berkshire hier in kurzer Zeit 400 Millionen Dollar an Prämienvolumen herein.
Auffallend wenig äußerten sich Buffett und Munger auf der Hauptversammlung zur Finanzkrise. Die Rettung der Bank Bear Stearns lobte Buffett, weil dies einen Zusammenbruch des gewaltigen Derivatemarktes und damit eine Katastrophe verhindert habe. Was Buffett nicht hinderte, den amerikanischen Notenbankchef Bernanke in Omaha zum Gespött zu machen. Wenn Berkshire sage, dass eine Finanzierung verfügbar sei, werde sie verfügbar sein – „sogar wenn Ben Bernanke mit Paris Hilton nach Südamerika flüchten würde“.
