Gute Karten, ungeschoren davonzukommen, haben Branchen, die kaum Eigenkapitalprobleme haben oder sich anders finanzieren. So verbreitet die Finanzkrise in der Chemie- und Pharmabranche wenig Angst. Die großen Unternehmen sind solide finanziert. BASF weist eine Eigenkapitalquote von etwa 40 Prozent aus, Bayer liegt bei 23 Prozent.
Einige Chemieunternehmen wie Cognis und Süd-Chemie werden jedoch von Private-Equity-Unternehmen dominiert. "Wenn da eine weitere Refinanzierungsrunde ansteht, werden es die PE-Unternehmen schwerer haben, von den Banken wie früher gute Konditionen zu bekommen", sagt Hans-Rudolf Dicke, Unternehmensberater bei Contrium Consulting. Relativ gelassen sind auch die Biotech-Unternehmen. Die Branche hat bislang kaum Fremdkapitalgeber angezogen, sondern vor allem Venture-Capital-Gesellschaften.
Entspannt ist auch die Software- und IT-Industrie. SAP verfügt "über das Luxusproblem von liquiden Mitteln in Höhe von rund drei Milliarden Euro". Selbst kleinere Anbieter sind gelassen. "Wir verfolgen seit jeher eine Strategie der Innenfinanzierung und setzen auf organisches Wachstum", sagt Tjark Auerbach, Chef des Herstellers von Antivirensoftware Avira aus Tettnang am Bodensee. Den Banken waren Softwarehäuser nie geheuer, weil sie wenig Anlagevermögen haben, das als Sicherheit dienen kann.
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