Das ist sogar noch wenig im Vergleich zur Baubranche. Unter den zehn von der Wirtschaftsauskunftei Creditreform betrachteten Wirtschaftszweigen wies das Baugewerbe schon vor der Finanzkrise das zweithöchste Insolvenzrisiko auf (siehe Grafik: Verkehr und Bau anfällig), gleichzeitig ist die Branchenbonität, also die Zahlungsfähigkeit der Unternehmen, die zweitschlechteste.
Die Bauwirtschaft schaffte erst vor eineinhalb Jahren die Wende nach zehn Jahren Krise. Trotz der guten Konjunktur hat sich die Eigenkapitalausstattung noch nicht auf breiter Front erhöht. 2004 – aktuellere Zahlen liegen nicht vor – errechnete die Deutsche Bundesbank für das Baugewerbe eine durchschnittliche Eigenkapitalquote von 7,9 Prozent. Der Durchschnitt aller Unternehmen lag bei 23 Prozent.
"Wir brauchen zwei bis drei Jahre Aufschwung, bis sich die Ertragslage wirklich verbessert", sagt Heiko Stiepelmann, Vize-Hauptgeschäftsführer beim Bauindustrie-Verband. Vor allem größere, als Generalunternehmer tätige Firmen könnten bei lang laufenden Aufträgen die Preise trotz des Booms nicht einfach nach oben anpassen. Besser sei die Lage bei mittelständischen, als Subunternehmer arbeitenden Betrieben, diese könnten flexibler agieren.
Groß ist das Risiko bei den kleinen Bauhandwerksbetrieben: "Der Wettbewerb ist zu intensiv, als dass bisher Rücklagen gebildet oder das Eigenkapital aufgestockt werden konnten", sagt Lutz Uecker, Leiter der Hauptabteilung Wirtschaft beim Zentralverband Deutsches Baugewerbe.
Hinzu kommt: Die Kreditaufnahme ist für Bauunternehmen seit Jahren schwierig, wie eine KfW-Umfrage von 2006 zeigt. 43 Prozent der Baufirmen äußerten, dass ihre Kreditaufnahme schwieriger geworden sei, nur 5,5 Prozent gaben Erleichterungen an. Zudem sind Baufirmen für viele Aufträge auf Bankbürgschaften angewiesen, die den Kunden etwa Vertragserfüllung oder Gewährleistungen garantieren. Stiepelmann: "Sollten die Banken tatsächlich den Kredithahn zudrehen, haben wir ein Problem."
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