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10.05.2008 
Kranbauer Helmut Kempkes GmbH

Der Herr über Krane und Katzen

von Andreas Menn

Lasten bewegen und beherrschen, das ist die Spezialität des Kranbauers Helmut Kempkes GmbH. Seit über acht Jahrzehnten fertigt der mittelständische Betrieb Krane, Elektroseilzüge, Komponenten für den Kranbau und Arbeitsbühnen, die in Fabriken, auf Baustellen und Umschlagplätzen Gewichte heben. Heute liefert das Unternehmen seine Kran-Normteile in über 100 Länder.

KÖLN. Heinz-Helmut Kempkes braucht nur ein Blatt Papier, um zu präsentieren, worin der Trick der KULI-Krane besteht. Mit einer geschickten Handbewegung dreht er das Blatt zu einem Rohr, stellt es senkrecht auf den Tisch und sagt: „Darauf können Sie theoretisch sogar stehen, wenn Sie die Last richtig verteilen. Und genau das ist die Herausforderung.“

Lasten bewegen und beherrschen, das ist die Spezialität des Kranbauers Helmut Kempkes GmbH und seiner Marke KULI-Hebezeuge. Seit über acht Jahrzehnten fertigt der mittelständische Betrieb in seinen Werkhallen in Remscheid Krane, Elektroseilzüge, Komponenten für den Kranbau und Arbeitsbühnen, die in Fabriken, auf Baustellen und Umschlagplätzen Gewichte heben. Und zwar Schwergewichte von bis zu 200 Tonnen.

Regelmäßig verlassen riesige Kolosse von bis zu 43 Metern Länge auf Spezialtransportern den Werkshof am Rande der Remscheider Innenstadt. Am Einsatzort werden diese so genannten Kastenträger zu großen Portalkranen zusammengebaut, wie man sie von Häfen oder Güterbahnhöfen kennt. Oder sie gelangen als Einträger- oder Zweiträgerkrane unter die Decke einer Fabrikhalle und fahren dort auf Schienen hin und her.

KULI-Krane sind landauf, landab im Einsatz: Auf einer Baustelle im Leipziger Bahnhof, bei den Tunnelarbeiten für die Kölner Nord-Süd-U-Bahn oder im ThyssenKrupp-Schweißwerk, wo sie 180 Meter lange Eisenbahnschienen wuchten. Bei einem Brückenbauer lupft ein KULI-Portalkran mit 39 Metern Spannweite riesige vorgefertigte Brückenelemente in die Höhe, als seien es Sahnetörtchen.

„Die Marke KULI steht ursprünglich für den genügsamen, starken Lastenträger“, sagt Heinz-Helmut Kempkes. „Das ist die alte Idee. Heute verstehen wir uns als moderner Komponentenhersteller.“ Das Erfolgsgeheimnis des Remscheider Familienunternehmens liegt in seinem Baukastensystem. „Mit geringem Aufwand lassen sich die genormten Einzelteile zu Spezialanfertigungen zusammenfügen“, sagt Heinz-Helmut Kempkes, „je nach gewünschter Spannweite, Einsatzzweck und den Betriebsbedingungen.“

Der Chef kennt das Handwerk wie seine Westentasche. Mit einem blauen Firmenregenschirm bewaffnet schreitet er durch die Werkhallen und erzählt fachmännisch von Kopfträgern, Unterflaschen, Querschotts und manch anderen Besonderheiten. Bei jedem neuen Begriff hebt sich die Schirmspitze und deutet auf ein Werkstück in der Halle, es reicht nach frischem Lack, die Ventilatoren surren.

Ein neuer Raum, eine neue Schirmgeste, und Heinz-Helmut Kempkes raunt: „Hier beginnt das Leben der Katzen.“ Laufkatzen, so nennen Kranbauer die beweglichen Elektrozüge großer Krane, die an den Stahlträgern entlang gleiten und an denen der Flaschenzug mit dem Haken befestigt ist. Sie sind die eigentlichen Stars im Portfolio des Remscheider Kranbauers. „In dieser Halle werden sie mit Fahrwerken ausgestattet“, sagt Kempkes. „Denn erst, wenn sie sich bewegen können, sind es Katzen.“

Dass das Unternehmen die Getriebemotoren immer noch selbst baut, darauf ist Kempkes stolz. Das erlaube schließlich die direkte Kontrolle und eine hohe Flexibilität bei der Produktion. Rund tausend Katzen gehen jährlich in Remscheid über die Rampe, in großen Holzkisten, auf denen längst nicht nur deutsche Destinationen stehen, sondern auch Dubai oder Mauritius.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Beim Kranbauer ist nicht alles Sonnenschein

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