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26.06.2008 
Subprime-Krise

Der Mittelstand rettet das Fusionsgeschäft

von Jens Koenen

Trotz der Finanzkrise zeigt sich der Mittelstand beim Thema Akquisitionen aktiver denn je. Der neue Übernahme-Index MidMax zeigt, dass die Finanzkrise kleinere Transaktionen nicht behindert.

FRANKFURT. Während im Geschäft mit Fusionen und Übernahmen (M&A) infolge der Finanzkrise die großen Deals rar geworden sind, zeigt sich der Mittelstand beim Thema Akquisitionen aktiver denn je. "Der Mittelstand entwickelt sich zum Motor für Fusionen und Übernahmen, nahezu unbelastet von der Subprime-Krise", sagt Kai Lucks, der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Mergers & Acquisitions. Wie unbeeindruckt vom schwierigen Umfeld sich die mittelständischen Akteure zeigen, zeigt der neue M&A-Index MidMax des Verbands.

Gestartet im ersten Quartal 2007 mit dem Basiswert 100 - also unmittelbar vor Ausbruch der Finanzkrise - lag er im vierten Quartal vergangenen Jahres bei 115. Im gerade zu Ende gehenden zweiten Quartal haben die Experten zwar einen Wert von 82 hochgerechnet. Trotz Abnahme zeige der Index aber, dass das M&A-Geschäft im Mittelstand nicht eingebrochen sei, sagt Lucks.

Der künftig halbjährig veröffentlichte MidMax erfasst alle Transaktionen, deren Zielunternehmen einen Umsatz von bis zu 250 Mill. Euro haben. Die Zahl wird gewichtet nach dem Transaktionsvolumen, unerheblich ob Übernahme oder Beteiligung. Auch wird nicht differenziert, ob ein Großunternehmen den Kauf tätigt oder ein Mittelständler. "90 Prozent der erfassten Deals sind aber von mittelständischen Firmen vorgenommen worden", sagt Lucks. Er schätzt, dass der Anteil der Mittelständler, die schon heute für gut die Hälfte aller deutschen Transaktionen verantwortlich sind, weiter steigen wird. Denn die kleineren Übernahmen hätten bei den zurückhaltener gewordenen kreditgebenden Banken weniger Finanzierungsprobleme. Zudem erwartet der Verbandschef einen Konsolidierungswettlauf im deutschen Mittelstand. Auch auf der Verkäuferseite werde der Mittelstand an Bedeutung gewinnen, weil im Ausland das Interesse an deutschen Unternehmen steige. Für Finanzinvestoren bestätigt dies eine aktuelle Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte.

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