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12.04.2007 
Mittelständische Beteiligungsgesellschaften

Die stillen Finanzierer

von Nicole Bastian

In fast jedem Bundesland gibt es heute eine mittelständische Beteiligungsgesellschaft. Jährlich investieren diese rund 180 Mill. Euro in kleine und mittlere Unternehmen. Echte Anteilsübernahmen findet dabei nicht statt – und das obwohl es sich meist um langfristige Investitionen handelt.

Die Gesellschaft für Oberflächentechnik hat ein neues Verfahren mit Hilfe einer MBG finanziert. Foto: PRLupe

Die Gesellschaft für Oberflächentechnik hat ein neues Verfahren mit Hilfe einer MBG finanziert. Foto: PR

FRANKFURT. Neue Technologien brauchen Zeit bis sie sich durchsetzen und Gewinne abwerfen. Das gilt auch für das neue Lackierverfahren der Gesellschaft für Oberflächentechnik (GfO). Mit Inkjet-Druckköpfen werden dabei transparente, kratzfeste Lacke auf Kunststoffteile aufgebracht. Die Kosten für die Markteinführung stemmte das Unternehmen aus Schwäbisch Gmünd im vergangenen Jahr mit einem Finanzierungspaket über 1,1 Mill. Euro, in dem eine stille Beteiligung der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft (MBG) Baden-Württemberg enthalten war.

„Wir wollten unser Eigenkapital stärken“, begründet die kaufmännische Leiterin Jutta Christ die Wahl der Finanzierung. „Zudem hat uns die Möglichkeit einer langfristigen Partnerschaft mit der MBG und deren Finanzierung überzeugt.“ Erst in zehn Jahren, wenn das Verfahren seine Gewinne schon lange erwirtschaftet hat, muss GfO die stille Beteiligung zurückzahlen. So hat das neue Lackierverfahren Zeit, sich am Markt durchzusetzen.

In fast jedem Bundesland gibt es heute eine mittelständische Beteiligungsgesellschaft, abgekürzt MBG. Jährlich investieren diese rund 180 Mill. Euro in kleine und mittlere Unternehmen. Mit rund 500 Unternehmen läuft jede zweite Beteiligungsfinanzierung in Deutschland über die MBGs. Da geringere Volumina das Gros sind, macht die jährliche Investitionssumme der 14 Spieler aber nur fünf Prozent des deutschen Beteiligungsmarkts insgesamt aus. Ziel der MBGs ist es, das Wachstum der Firmen in der Region langfristig zu fördern.

Mit einem Investitionsvolumen von ebenfalls rund 180 Mill. Euro sei auch das vergangene Jahr gut gelaufen, sagt Günther Henrich, Geschäftsführer der BayBG, einer der größten Gesellschaften. Für dieses Jahr erwartet Henrich, der zugleich Vorstandsmitglied beim Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften ist, einen stabilen Verlauf. Die zunehmenden Investitionen der Unternehmen machten sich ebenso bemerkbar wie ein Anziehen bei jungen Technologieunternehmen. Andererseits werben die Banken inzwischen aktiver mit günstigen Krediten für mittelständische Kunden.

In Rheinland-Pfalz und Niedersachsen etwa investierten die MGBs so viel wie noch nie. Vor allem mehr kleine etablierte mittelständische Unternehmen finanzieren so ihre Expansion, sagt Jakob Schmid, Geschäftsführer der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz und der MBG. Mit dem besseren Eigenkapital durch die unbesicherte Finanzierung könne das Unternehmen seine Bonität für eine parallele Kreditfinanzierungen verbessern.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Auch für Firmen, deren Nachfolge gerade neu geregelt wurde, lohnt sich eine stille Beteiligung.

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