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28.08.2008 
Hohe Energie- und Rohstoffpreise sind der Grund

DIHK sieht Aufschwung im Mittelstand vor dem Ende

Der Aufschwung im deutschen Mittelstand neigt sich dem Ende zu. Sowohl bei der Einschätzung der Wirtschaftslage als auch bei den Erwartungen für die nächsten Monate nahm nach der am Donnerstag veröffentlichten neuen Mittelstandsumfrage des DIHK der Anteil der Optimisten ab.

HB BERLIN. Die Stimmung wurde vor allem von hohen Energie- und Rohstoffpreisen belastet.

Allerdings überwiegen bei den kleinen und mittleren Unternehmen mit 36 Prozent immer noch die positiven Urteile zur Lage. 14 bezeichneten sie als negativ. Bei den Erwartungen liegen die Optimisten mit 24 Prozent nur noch wenig vor den Pessimisten mit 18 Prozent. Die Beschäftigungsentwicklung sollte aber günstig bleiben. "Der DIHK rechnet für das Gesamtjahr 2008 mit einem Plus von 350 000 Stellen allein im Mittelstand", sagte dessen Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben.

Der DIHK stützt sich auf 20 000 Antworten von Unternehmen mit weniger als 500 Beschäftigten im Frühsommer 2008. "Im Zuge der Finanz- und Immobilienkrise spüren die exportorientierten Mittelständler immer stärker die nachlassende Dynamik auf wichtigen Exportmärkten", sagte Wansleben. Im Inland mache sich das Ausbleiben der seit langem erhofften Konsumbelebung negativ bemerkbar. Das Investitionsklima bleibe im Inland gut und stabil. "Krisengerede ist daher auch im Mittelstand fehl am Platz", sagte Wansleben. Am Arbeitsmarkt sei der Mittelstand der Stabilisator. In Branchen mit einem Mindestlohn oder Aussichten darauf werde der positive Trend aber durchbrochen.

In der Lagebeurteilung ergab die Umfrage zum vierten Mal in Folge eine Eintrübung. Schuld daran seien vor allem die hohen Rohstoff- und Energiepreise. Der Vorsprung der positiven Urteile vor den negativen erreichte 22 Prozent - sechs Punkte weniger als im Februar. Bei den Großunternehmen liegt der Positivsaldo bei 39 Prozent. Die Erwartungen sackten in der Umfrage zum dritten Mal in Folge im Mittelstand ab. "Der Aufschwung neigt sich dem Ende zu", schrieb der DIHK. Der Vorsprung der Positivurteile vor den Negativurteilen sei mit sechs Prozent so gering wie seit Herbst 2005 nicht mehr. Stark rückläufig seien die Exporterwartungen.

Die Investitionsbereitschaft bei den kleinen und mittleren Firmen nimmt angesichts der eingetrübten Aussichten zwar ab. Allerdings wollen immer noch 25 Prozent der befragten Firmen in den nächsten Monaten ihre Investitionen hochfahren. 21 Prozent wollen sie zurücknehmen.

Die Zeit des Personalaufbaus ist im Mittelstand der Umfrage zufolge trotz der Wachstumsabschwächung noch nicht zu Ende. 19 Prozent der Befragten wollen in den nächsten Monaten neue Einstellungen vornehmen, 13 Prozent Personal abbauen.

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