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28.04.2008 
Elektronisches Lernen

E-Learner dringend gesucht

von Christian Wessels

Was die Abkürzung KMU bedeutet? "Kein möglicher Umsatz." E-Learning-Anbieter verziehen bei diesem Bonmot regelmäßig das Gesicht. Nicht, weil es mit verbogenem Wortwitz quält. Eher, weil sie schon seit Jahren mit diesem Vorurteil zu kämpfen haben, an dem unterm Strich wohl doch etwas dran ist.

DÜSSELDORF. "21 Prozent der kleinen und mittelständischen Unternehmen lernen digital", sagt Lutz P. Michel, Inhaber und Geschäftsführer des MMB-Instituts für Medien- und Kompetenzforschung in Essen. Was im ersten Augenblick nach einer respektablen Quote klingt, ist allerdings ein mühsam erarbeitetes Fünftel ohne große Wachstumspotenziale: Mehr als die Hälfte der Unternehmen kann sich eine Nutzung nicht einmal vorstellen, so das ernüchternde Ergebnis einer eigens angefertigten Studie.

Ein Grund für die Skepsis liegt auf der Hand: "Das E-Learning-Angebot für kleine und mittlere Unternehmen ist einfach sehr gering", stellt Ileana Hamburg vom Institut für Arbeit und Technik in Gelsenkirchen fest. Und: "Statt auf die Unterstützung durch Bildungsanbieter oder auf die Kooperation in Verbünden zu setzen, agieren mittelständische Unternehmen eher allein."

Dazu kommt: Vorteile, die großen Unternehmen durch den Einsatz von E-Learning entstehen, gelten für kleine und mittelständische Unternehmen nur eingeschränkt. Etwa die Einsparung von Reisekosten und weniger ausfallende Arbeitstage. "Dieses Argument greift erst, wenn ein Unternehmen tatsächlich eine große Zahl von Mitarbeitern mit dem gleichen Inhalt einweisen muss", so Ileana Hamburg. Sie will Unternehmen und Beratern mit dem EU-Projekt "Simpel" helfen, Trainingsstrategien zu entwickeln, die auf E-Learning basieren.

Noch vor nicht allzu langer Zeit galt das elektronische Lernen als die Zukunft der Weiterbildung. Doch mittlerweile haben Erfahrungen der Lernenden den hohen Erwartungen einen Dämpfer verpasst. Häufig wird E-Learning als unattraktiv empfunden: Wer am Arbeitsplatz lernt, kämpft gegen die ständigen Unterbrechungen im Büroalltag an, und wer sich zu Hause weiterbildet, läuft Gefahr, dass die Qualifizierung nicht als Arbeitszeit honoriert wird. Außerdem beschränken die elektronischen Medien das Lernen oft auf den reinen Prozess der Informationsaufnahme und-verarbeitung.

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