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27.05.2007 
Mezzanine-Kapital

Einfache Handhabe

von Stefanie Burgmaier und Wirtschaftswoche

Nachrangdarlehen, Genussrechte oder stille Beteiligungen: Immer mehr Banken bieten Mezzanine-Kapital als Ersatz für Kredite an. Die steigende Popularität der Programme verwundert kaum, bietet die Mischform aus Fremd- und Eigenkapital Vorteile sowohl für Banken als auch für Unternehmen.

Als Uwe Appelt vor knapp sechs Jahren Geldgeber für sein Unternehmen suchte, lief er häufig ins Leere. „Der Neue Markt war gerade zusammengebrochen", erinnert sich der Gründer, „die Banken waren entsprechend vorsichtig." Der entscheidende Tipp kam dann ausgerechnet von seiner Hausbank. Sie verwies Appelt an die KfW, die einstige Kreditanstalt für Wiederaufbau.

Die Förderbank half Appelt mit rund 100 000 Euro aus. Allerdings nicht mit einem normalen Darlehen, sondern mit sogenanntem Mezzanine-Kapital. Damit bekam der Jungunternehmer nicht nur Liquidität, sondern besserte auch gleich noch seine Eigenkapitalquote auf, denn Mezzanine ist eine Mischform aus Fremd- und Eigenkapital. Mit der Geldspritze konnte das Metall verarbeitende Unternehmen Stapp starten. Heute beschäftigt es 28 Mitarbeiter und macht im Jahr etwa drei Millionen Euro Umsatz. „Das Mezzanine-Kapital war ein wichtiger Baustein in der Startphase", sagt Appelt.

Zur Gründung von Stapp war Mezzanine-Kapital noch ein höchst ungewöhnliches Finanzierungsinstrument. Erst seit wenigen Jahren setzt es sich als Alternative zu Krediten durch. Unter dem Begriff, der vom italienischen Wort für Zwischengeschoss abgeleitet ist, werden unter anderem Nachrangdarlehen, Genussrechte, stille Beteiligungen, Wandel- und Optionsanleihen zusammengefasst. Neben Förderbanken offerieren inzwischen auch viele Geschäftsbanken diese speziellen Mittel.

Mezzanine-Kapital hat gegenüber herkömmlichen Krediten Vorteile für Unternehmen und Banken. Die Unternehmen können diese Gelder in der Regel als wirtschaftliches Eigenkapital ausweisen und so ihre Bonität verbessern. Die Banken nehmen die Mittel oft nicht auf die eigene Bilanz, sondern reichen sie über den Kapitalmarkt an Investoren weiter. Die Käufer agieren als Finanzanleger und können keinen Einfluss auf die Entscheidungen der Unternehmen ausüben. Das ist vor allem für Mittelständler, die gerne Herr im eigenen Haus bleiben wollen, wichtig.

„Mezzanine-Angebote sind die logische Antwort der Banken auf die seit Jahrzehnten diskutierte Eigenkapitallücke im deutschen Mittelstand. Gerade in den Krisenjahren haben wir", sagt Thomas Göbel von der Münchner HypoVereinsbank (HVB), die nach ihrer Krise mittlerweile Teil der italienischen UniCredit-Gruppe ist, „nach alternativen Möglichkeiten zur Finanzierung von Unternehmen gesucht." Die HVB hat mit ihrem Partner Capital Efficiency Group in Zug Preferred Pooled Shares oder kurz Preps entwickelt. Dabei erhalten die Geld suchenden Unterneh- mer Finanzmittel aus Genussrechten, anschließend werden diese Rechte gebündelt, verbrieft und an Investoren weitergereicht. Knapp 330 Unternehmen haben seit 2004 so mehr als 2,1 Milliarden Euro erhalten.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Wie vermehrt kleine Unternehmen von Mezzanine-Kapital profitieren.

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