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18.04.2007 
Tageslichtsysteme

Flexible Blenden und Doppelfassaden

von Claudia Wüstenhagen

Um die Energiekosten von Gebäuden zu senken, setzen Architekten weltweit auf passive Lichttechnik. Auch das Raumklima lässt sich mit Passiv-Technik regulieren. Entsprechend gefragt sind die Tageslichtsysteme deutscher Anbietern.

Modell des neuen Flughafens Changi in Singapur: Spezialmotoren eines deutschen Mittelständlers sollen die Aluminiumflügel auf dem Dach bewegen. Foto: ArchivLupe

Modell des neuen Flughafens Changi in Singapur: Spezialmotoren eines deutschen Mittelständlers sollen die Aluminiumflügel auf dem Dach bewegen. Foto: Archiv

KÖLN. In Südkorea eine Autobahn zu bauen, ist nicht einfach. Weil das Land zu 70 Prozent aus Bergen besteht, sind Tunnel keine Seltenheit. Um das Unfallrisiko zu senken, hat der Bauherr des neusten Tunnels bei Ulsan den Traunreuter Lichtexperten Siteco damit beauftragt, die Ein- und Ausfahrzone auszuleuchten. Mit Hilfe einer einmaligen Tageslichttechnik sollen sich die Augen der Autofahrer an den Lichtunterschied gewöhnen. Dazu lenkt ein Prismensystem im Glasdach der überstehenden Tunnelröhre das Sonnenlicht in den Tunnel. „Durch das Tageslicht verbraucht der Tunnel zwei Drittel weniger Energie als solche mit künstlicher Beleuchtung in der Einfahrt“, sagt Projektmanager Klaus Buntkiel-Kuck.

Tageslichtsysteme von deutschen Anbietern wie Siteco sind weltweit gefragt. Um den Energieverbrauch zu senken, setzen Architekten zunehmend auf passive Lichttechnik. Auch das Raumklima lässt sich mit Passiv-Technik regulieren. „Neben Anbietern aus Österreich und der Schweiz ist der deutsche Mittelstand hier weit vorne“, sagt Wolfgang Feist, Vorsitzender des Darmstädter Passivhaus Instituts.

Dass die weltweite Nachfrage nach energieeffizienten Baukomponenten aus Deutschland steigt, spürt die Interpane Glas Industrie AG. Laut Geschäftsführer Rainer Walk ist der Auslandsabsatz des Isolierglasspezialisten seit 2001 um 40 Prozent gestiegen. Zur Zeit kleidet Interpane den Prager „City Tower“ mit 17 000 Quadratmetern Fassadenglas ein. „Sehen und gesehen werden“ lautet das Motto des Büroturms, der mit 109 Metern das höchste Gebäude Tschechiens sein wird.


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Einen geringen Energieverbrauch ermöglicht die doppelte Beschichtung und Edelgas-Füllung der Glasscheiben. Dank guter Dämmung geht im Winter keine Wärme verloren. Im Sommer sperrt das Glas die Hitze aus und schützt durch seine leichte Blautönung vor grellem Licht.

Ein solcher Sonnenschutz ist elementar für passive Lichtsysteme. Zwar kann Tageslichtnutzung den Energieverbrauch zur Beleuchtung um bis zu 80 Prozent senken. Aber nur, wenn die Technik stimmt. Schnell kann die Sonne gläserne Bürotürme in Treibhäuser verwandeln und die Arbeit am Computer unmöglich machen. „Tageslichtnutzung bedeutet nicht einfach, so viel Licht wie möglich ins Gebäude einstrahlen zu lassen. Es geht nicht um Quantität, sondern um wohldosierte Qualität“, sagt Günther Volz, Vorsitzender der Fördergemeinschaft Innovative Tageslichtnutzung. Für diese Qualität sorgen außer Isoliergläsern auch automatische Jalousien oder gläserne Lamellen, die das Licht blend- und hitzefrei in den Raum lenken. Auch Prismensysteme im Glas, wie das von Siteco, das den Tunnel in Korea erhellen wird, erfüllen diese Aufgabe.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Eine zweite Haut reguliert das Gebäudeklima.

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